Gold und Silber erreichen die chinesischen Massen

Wer vor gut einem Jahr als aufmerksamer Beobachter die Straßen und Geschäfte der großen chinesischen Metropolen durchstreifte, der fand nur wenig Hinweise die auf eine stärkere Nachfrage nach Edelmetallen seitens der chinesischen Bevölkerung hindeuteten.

Das änderte sich im letzten Sommer. Mit im Fernsehen ausgestrahlten Werbe- und Informationssendungen, die nicht nur den Gold- und Silberkauf propagierten, sondern auch die technische Abwicklung erklärten, wurde das breite chinesische Publikum langsam an die Edelmetalle herangeführt.

Den Erfolg dieser Maßnahmen sieht man jetzt: Waren früher die Goldkaufmöglichkeiten auf wenige, zumeist in teuren Einkaufszentren lokalisierte Läden beschränkt, so findet man jetzt auch in weniger noblen Stadtteilen Juweliere mit großen Goldauslagen.

Das Goldangebot bei den Juwelieren wird auch heute in der traditionellen Form dargeboten. Kleine geschnitzte Figuren, je nach Geschmack mal mehr oder weniger kitschig, aber manchmal auch durchaus hübsch anzusehen sind mit Gold überzogen. Der Preis richtet sich nach dem Gewicht des Goldes und verglichen mit dem Wert des Edelmetalls fällt der Arbeitslohn für die Schnitzerei nicht ins Gewicht.

Solche Figuren werden gerne zu Hochzeiten oder anderen privaten Festen geschenkt. Probleme wird jedoch der Wiederverkauf bereiten, weil es sich nicht um standardisierte Produkte handelt und die Einwertung entsprechend schwierig ist.

Doch auch der Absatz von klassischen Gold- und Silberprodukte wie Barren und Anlagemünzen wird populärer. Man wird ihrer gewahr, wenn man die seelenlosen Selbstbedienungscenter der Banken hinter sich lässt und in jene Bereiche vordringt in denen die Beratungsgespräche für die etwas besser gestellten Kunden stattfinden. Auch hier trennt Kunden und Banker aus Sicherheitsgründen oftmals eine Panzerglasscheibe, doch hinter dieser glitzern zuweilen bereits deutlich sichtbar mehrere Goldbarren in verschiedenen Gewichtsgrößen von 250 Gramm bis zu einem Kilogramm dem Kunden entgegen.

Neue Goldshops sogar in Stadtteilen, auf die manche Chinesen etwas herablassend hinabblicken und der zunehmende Verkauf von Barren und Anlagemünzen in Banken dokumentieren einen sich abzeichnenden Sinneswandel. Und wenn mich die eigene Beobachtung nicht trügt, möchte ich sagen, diese Entwicklung hat gerade erst begonnen. Gold hat heute in China einen deutlich höheren Stellenwert als noch vor einem Jahr aber noch lange nicht jenen Stellenwert, den es in einem Jahr haben wird, wenn die Entwicklung so weitergeht.

 

Chinas Goldproduktion wächst im Januar 2010 um 8,13%

Seit 2007 ist China das Land mit der höchsten Goldproduktion. Diese wurde im Januar 2010 weiter ausgeweitet. Wie das World Gold Council inzwischen bekannt gab stieg die chinesische Goldproduktion im Januar 2010 gegenüber dem Vorjahr um 8,13% auf 21,81 Tonnen. Angaben des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie zufolge trugen die Minen 17,8 Tonnen zur Gesamtproduktion bei. Gegenüber dem Januar 2009 entspricht dies einem Zuwachs von 4,28%.

Deutlich stärker als die genuine Goldminenproduktion stieg die Produktion von Gold als Nebenprodukt. Hier verzeichneten die chinesischen Statistiken einen Zuwachs von 29,37% auf nunmehr 4,01 Tonnen. Im gesamten Produktionsjahr 2009 hatte China mit 313,98 Tonnen Gold einen neuen Produktionsrekord aufgestellt. Sollte sich der Januartrend auch in den folgenden Monaten fortsetzen, ist mit einem neuen Rekord für die Goldproduktion in 2010 zu rechnen.