Der Druck der Asienspiele

In Guangzhou wird eigentlich ständig gebaut. Baulärm, auch am Sonntag, das ist hier normal. Viele Arbeiten werden gerade jetzt mit Vehemenz vorangetrieben, denn im November finden hier die 16. Asienspiele statt. Die Bauzäune schmücken deshalb ebenso die Plakate für die Festspiele wie die großen Fassaden. Was bis zu den Spielen nicht mehr fertig wird verschwindet dann vermutlich hinter bunten Plakaten und meterlangen Werbebannern.

Interessant sind die Veränderungen südlich des Ostbahnhofs. Einige Baustellen aus dem vergangenen Jahr sind kaum wiederzuerkennen. Straßen haben Radwege erhalten, die etwa doppelt so breit sind wie bei uns, doch die Radfahrer benutzen weiterhin die Straße, weil die für sie vorgesehenen Radwege wegen der vielen Fußgänger für sie nur schwer passierbar sind. Hier entlangzufahren, das bedeutet Fußgängerslalom für Fortgeschrittene.

Über die Straßen führen Fußgängerbrücken, die als Zugänge zu den beiden Busspuren mit Haltestelle in der Mitte der sechsspurigen Straße gedacht sind. An manchen Aufgängen herrscht zu Stoßzeiten jetzt schon eine beklemmende Enge. Ganz ehrlich: Wenn die Spiele am 12. November beginnen, möchte ich nicht unbedingt in der Stadt sein.

Fertig ist auch die neue Hängebrücke über den Perlfluss. Als wichtige Nord-Süd-Verbindung entlastet sie andere Brücken und die Zufahrt zu ihnen. Die drei Spuren in jede Richtung sind jetzt schon gut ausgelastet, doch der Reinigungs- und Reparaturdienst kommt noch wie gewohnt mit dem Fahrrad. Ein gefährlicher Job, denn Rücksichtnahme auf Fußgänger und Radfahrer ist nicht gerade die Stärke der hiesigen Autofahrer. Trotzdem passiert eigentlich relativ wenig.