China ist das Stichwort, das immer wieder dann fällt, wenn es darum geht eine Begründung für steigende Rohstoffpreise zu finden. Da die Wirtschaft in den westlichen Industrienationen trotz milliardenschwerer Konjunkturprogramme nur schleppend wieder in Fahrt kommt und damit im großen Stil als Nachfrager von Rohstoffen ausfällt, blicken die Rohstoffinvestoren in diesen Monaten immer sehnsüchtiger nach China.
China selbst hat im vergangenen Jahr ebenfalls massiv in die Subventionskiste gegriffen und zahlreiche Infrastrukturprojekte angestoßen. Gleichzeitig werden die strategischen Lager für wichtige Rohstoffe aufgestockt. Auch das bedeutet zunächst eine zusätzliche Nachfrage und für die Rohstoffpreise einen kurzfristigen Preisschub nach oben. Aber ist dieser auch nachhaltig? Oder erleben wir hier wieder nur eine weitere durch kurzfristige Übertreibungen gekennzeichnete Börsenphase, wie etwa den Telekom- und Neuen Markt Hype Ende der 90er Jahre?
Für einen Ausländer ist es gleich doppelt schwer sich bei kurzen Aufenthalten im Land einen angemessenen Eindruck zu verschaffen. Sehr leicht kann das Moment des Zufalls und der Momentaufnahme täuschen und die eigene Wahrnehmung verzerren. Dieser Schwächen bewusst möchte ich Ihnen heute einige eigene Eindrücke aus Guangzhou, dem Herz der Provinz Guangdong, schildern. Guangdong ist einer der wirtschaftlichen Motoren der Volksrepublik und wäre die Provinz ein eigener Staat würde sie hinsichtlich der Wirtschaftsleistung unter den ersten 10 bis 15 Staaten rangieren und damit so manches westeuropäische Land hinter sich lassen.

