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Mongolei: Rohstoffe im Spannungsfeld zwischen Russland und China

Flächenmäßig ist die Mongolei ein großer Staat, reich an Rohstoffvorkommen, jedoch nur sehr dünn besiedelt. Einen natürlichen, freien Zugang zu den Weltmärkten über das Meer hat das zentralasiatische Land nicht. Die Situation ist...


Flächenmäßig ist die Mongolei ein großer Staat, reich an Rohstoffvorkommen, jedoch nur sehr dünn besiedelt. Einen natürlichen, freien Zugang zu den Weltmärkten über das Meer hat das zentralasiatische Land nicht. Die Situation ist eher mit Ländern wie der Österreich, Ungarn oder Paraguay zu vergleichen: Zwei mächtige Nachbarn jenseits der Grenzen, Russland im Norden und China im Süden schränken den Handlungsspielraum empfindlich ein.
Doch während Länder wie Paraguay oder Österreich vermutlich sehr froh darüber wären, wenn sie einen so großen Absatzmarkt wie China direkt vor ihrer Haustüre hätten, erfüllt die Situation die Mongolen eher mit Sorge. Diese Sorge ist oftmals rational nicht leicht nachzuvollziehen, bestimmt aber immer öfter die Aktionen der Mongolen, auch in Wirtschaftsfragen oder bei der Vergabe von Rohstoffprojekten.
Traditionell Russland zugewandt ...
Bis 1990 gehörte die Mongolei zum russischen Einflussbereich. China hielt sich bewusst zurück und respektierte die russische Dominanz. Inzwischen haben sich die Verhältnisse gewandelt. Die Sowjet Union ist zerfallen und 70% der mongolischen Exporte gehen heute nach China. Die Versorgung mit Ölprodukten ist vom Reich der Mitte abhängig und alle großen Bergbauprojekte des Landes einschließlich des 5 Mrd. US Dollar schweren Oyu Tolgoi Gold-Kupfer-Projekts von Ivanhoe Mines sind auf den chinesischen Markt ausgerichtet. So ist neben der historischen Bindung an Russland eine neue Abhängigkeit entstanden.
Peinlich sind die Mongolen nun darauf bedacht den chinesischen Einfluss im Land nicht zu groß werden zu lassen. Zwar hält sich die chinesische Regierung gegenüber der Mongolei zurück, man unternimmt jedoch auch keine Schritte die geeignet sind die mongolische Befürchtung zu zerstreuen, dass aus der ökonomischen Abhängigkeit von heute eine politische Hegemonie von morgen werden könnte.
... wird der chinesische Einfluss nun immer größer
Zwar hat China bereits 1950 alle Ansprüche auf den Nachbarn im Norden formell aufgegeben, doch was die Mongolen jenseits aller politischen Beteuerungen beunruhigt ist, dass viele Chinesen die Mongolei noch immer als eigentlich zu China gehörig betrachten. Die hinter dieser Überzeugung stehende Intention einer möglichen Verschmelzung beide Länder wird in der Mongolei sehr ernst genommen, sodass auch Geschäfte und die wirtschaftliche Zusammenarbeit sehr schnell eine geopolitische Note bekommen.  
Betroffen sind beispielsweise die Pläne das Tavan Tolgoi Projekt zu entwickeln. Bei ihm handelt es sich um das weltweit größte bislang noch unentwickelte Kokskohleprojekt. Neben der Frage der Projektfinanzierung sind hierbei auch die Infrastrukturmaßnahmen von großer Bedeutung. Es müssen neue Eisenbahnlinien gelegt werden um das größte Energieprojekt des Landes mit den Absatzmärkten im Norden und Süden zu verbinden.
Das Unbehagen ob der realen oder auch nur vermeintlichen chinesischen Dominanz äußert sich eher unterschwellig. Was für einen chinesischen Geschäftsmann ein reines Wirtschaftsgeschäft ist, bekommt für die Mongolen sehr leicht eine Verbindung zur nationalen Unabhängigkeit. Das macht die Verhandlungen schwierig und führt auch oft zu verzwickten Situationen. Mit einer solchen aus dem Uransektor wollen wir uns in der nächsten Ausgabe eingehender beschäftigen.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Metalle, Gold

Deflationärer Schock: Erwartet uns die Immobilienkrise 2.0?

Die Auswirkungen der letzten Krise sind noch nicht vollkommen überwunden, da droht ein nächster deflationärer Schock am Immobilienmarkt.


Die Auswirkungen der Subprime Krise sind noch gar nicht alle überwunden, da zeichnet sich schon ein nächster deflationärer Schock am Immobilienmarkt deutlich am Horizont ab. Wir erinnern uns: Mit dem Begriff Subprime wurde die Kreditvergabe an Personen umschrieben, deren Bonität eigentlich für einen Kredit dieser Höhe nicht ausgereicht hat.

Das war im Grunde schon fahrlässig, doch während der Phase des Booms und beständig steigender Immobilienpreise wollte kaum ein Banker die Gefahren sehen, geschweige denn rechtzeitig gegensteuern.

Kreditvergabe an US-Bürger als Zeichen für deflationären Schock?

Damals gab es noch ein weiteres Charakteristikum bei der Kreditvergabe, das uns schon bald auf eine sehr unangenehme Art beschäftigen könnte. Es betrifft die Kreditvergabe an den ganz normalen US Durchschnittsbürger.

Bei diesen Krediten war anders als bei den Subprimekrediten die Bonität durchaus gegeben. Doch um ihren Kunden den Lebensstandard nicht allzu stark einzuschränken, gingen die Banken dazu über in diese Kreditverträge nur niedrige Zins- und Tilgungsleistungen für die Anfangsjahre festzuschreiben. Erst im Abstand von einigen Jahren sollte die Belastung steigen.

Diese Jahre sind inzwischen verflossen und damit kommen auf immer mehr Hausbesitzer in den kommenden Monaten steigende Lasten für Zins und Tilgung zu. Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein, denn bedingt durch die wirtschaftliche Talfahrt ist es um die amerikanischen Haushaltseinkommen derzeit nicht gut bestellt. Viele Amerikaner haben ihren Job bereits verloren oder sehen sich von einem akuten Jobverlust bedroht.

Komsumleistung und Arbeitsplätze bedroht

Das schränkt nicht nur die Neigung zum privaten Konsum weiter ein und bedroht damit gerade in einer Konsumgesellschaft wie den USA weitere Arbeitsplätze, sondern schwächt auch die Fähigkeit der US Haushalte ihre Kreditschulden zu finanzieren. Schieflagen sind zudem auch bei den gewerblichen Immobilienkrediten zu erwarten.

Viele Projekte, die während des Booms geplant und realisiert wurden, erweisen sich heute als Ladenhüter. Geschäftsräume und Büros stehen leer und die Eigentümer haben Mühe ihre Kreditlasten zu stemmen.

Sofern sich die Situation für die privaten und gewerblichen Immobilienbesitzer nicht kurzfristig sehr dramatisch verbessert, droht ein erneuter Teufelskreislauf aus Immobilien- und anschließender Bankenkrise.

Notleidende Kredite steigen rasant an

Einige Marktbeobachter rechnen damit, dass bis zu 40% der ausgegebenen Kredite notleidend werden könnten. Treffen diese Prognosen zu, kommen auf die Banken schnell Abschreibungen in Höhe von 300 bis 400 Mrd. US Dollar zu.

Sind unsere politischen Führer auch diesmal der Meinung, dass unsere Banken, zumindest die ganz großen, nicht untergehen dürfen, werden wir erneut Bankenrettungspakete und Konjunkturprogramme in Milliardendimensionen erleben.

Sollte dieses Geld wie kaum anders zu erwarten ebenfalls wieder per Geldschöpfung aus dem Nichts hervorgezaubert werden, droht ein neuer Geldtsunami die (Finanz)Welt unter sich zu begraben.

Neuer deflationärer Schock in 2010?

Das „Markenzeichen“ der Finanzkrise 2007/2008 war, dass die Banken einander nicht mehr vertraut haben. Die Kreditvergabe innerhalb des Bankensystems kam zum Erliegen und da jede Bank händeringend Geld benötigte, wurden viele kurzfristige Kredite nicht verlängert und zurückgefordert.

Das führte zu einem deflationären Schock an den Märkten, weil insbesondere die auf Kredit spekulierenden Hedgefonds sich gezwungen sahen ihre Positionen schnell und um jeden Preis zu schließen.

Wir wissen was passiert, wenn alle Anleger gleichzeitig zum Ausgang stürmen und deshalb wäre es auch für die Immobilienkrise 2.0 nicht verwunderlich, wenn sie wieder mit einem deflationären Schock an den Finanzmärkten einhergeben würde.

Deflationärer Schock könnte Aktienmärkte halbieren

Nicht nur die Aktienmärkte könnten sich dann innerhalb weniger Monate halbieren, auch für die Edelmetalle wären zumindest kurzfristig deutliche Preisrückschläge zu erwarten, denn in der Not wird alles zu Geld gemacht, was sich kurzfristig zu Geld machen lässt, auch Gold und Silber.

Allerdings sollten sich die Edelmetalle analog zu den Krisenerfahrungen in den Jahren 2008 und 2009 anschließend nicht nur schnell wieder erholen, sondern auch schneller erholen als andere Anlageklassen.

Begegnen Notenbanken und Regierungen dem deflationären Schock erneut mit einer gigantischen Geldschwemme, ist für die Jahre danach eine deutlich ansteigende Inflation unausweichlich. Unser Geld könnte dann schnell nur noch die Hälfte wert sein, während die Edelmetalle dann ihre wahre Stärke ausspielen und zumindest die Kaufkraft erhalten und damit vor einem Vermögensverlust schützen werden.

 
 
 

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Kupfer: Kaufen oder besser verkaufen?

Kupfer kaufen? Besser nicht - erfahren Sie wieso.

Kupfer kaufen scheint aktuell die beste Option, sind die Preise doch niedrig wie nie. Was aber sagt uns das über die Weltwirtschaft?


Nur einen Monat nachdem der Kupferpreis auf sein Jahreshoch stieg, sind die Notierungen im Zuge der Talfahrt an den Aktien- und Rohstoffmärkten in der vergangenen Woche wieder auf ein 15 Wochentief zurückgefallen. Das wirft die Frage auf wie weit der Preis für das rote Metall noch fallen kann. Soll man Kupfer kaufen oder besser verkaufen?

Im Hintergrund dieser Frage stehen die weitere Entwicklung in Europa und die wirtschaftliche Abkühlung in China. Beide erfüllen die Rohstoffinvestoren derzeit mit einer gewissen Sorge, die sich natürlich auch in nachgebenden Preisen niederschlägt.

Die Antwort auf diese Frage ist nicht ohne Brisanz, denn Kupfer als das Metall der Infrastruktur gilt gemeinhin als ein besonders sensibler Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft. Zieht diese an, wird viel Kupfer verbraucht was den Preis steigen lässt. Ein schwächerer Kupferpreis signalisiert im Gegenzug ein Nachlassen der wirtschaftlichen Aktivität.

In diesem Jahr profitierte der Kupferpreis bislang von einer positiven Wirtschaftserwartung seitens der Investoren und einem starken Nachfrageschub aus China.

Nun mehren sich die Befürchtungen, dass nicht nur der Lageraufbau in China, der bislang die Nachfrage aus dem Reich der Mitte zusätzlich befeuert hat, zum Erliegen kommt, sondern auch die chinesische Wirtschaft insgesamt an Dynamik verliert und damit weniger Kupfer nachfragen wird.

Die wichtigsten Stützen brechen weg

Die Befürchtungen sind durchaus berechtigt, denn ein großer Teil der chinesischen Investitionen ging bislang in den Auf- und Ausbau der Infrastruktur. Dieser ist sehr rohstoffintensiv und er benötigt zudem auch große Mengen an Kupfer. Wie nervös die Marktteilnehmer inzwischen geworden sind zeigen die Tagesschwankungen.

Mit Tagesverlusten von rund 6%, nachdem die wichtige Unterstützung bei 3 US Dollar je Pfund unterschritten wurde, verzeichnete der Markt die höchsten Wertverluste seit Februar 2009. Der Preis je Tonne mit dreimonatiger Lieferfrist lag in der Spitze bei 8.043 US Dollar.

Inzwischen sind je nach Tageskurs nur noch rund 6.400 Dollar auf den Tisch zu legen, um eine Tonne Kupfer zu erwerben. Und selbst dieses ermäßigte Niveau gilt vielen Investoren nur als Durchgangsstation auf dem weiteren Weg abwärts.

Kupfer kaufe oder verkaufen? Verkaufen, schnell verkaufen, bevor es zu spät ist!

Nach diesem heftigen Einbruch haben die Pessimisten Hochkonjunktur. Für das Kupfer negativ eingestellte Stimmen geben zu bedenken, dass das Kupfer in den letzten Wochen seine beiden wichtigsten fundamentalen Stützen verloren habe, die beständige Nachfrage aus China und die Hoffnung auf eine sich wiederbelebende Konjunktur in Europa.

Hinter der Entwicklung in China stünden nun ebenso deutliche Fragezeichen wie hinter jener in Europa.

Kommt es hier tatsächlich zu staatlichen Zahlungsausfällen, wären Auswirkungen auf die Realwirtschaft und damit mittelbar auf die Kupfernachfrage unvermeidlich. Besonders negativ eingestellte Marktteilnehmer sehen den Kupferpreis in diesem Fall bereits wieder auf unter 2,0 US Dollar je Pfund zurückfallen, ein Niveau, das zuletzt am Tiefpunkt der letzten Rezession erreicht wurde.

Andere Investoren halten den Markt hingegen für überverkauft und erwarten eine zumindest technische Gegenreaktion, die den Preis zumindest kurzfristig wieder etwas anziehen lassen sollte. Dass Kupfer langfristig vor dem Hintergrund der immer noch robusten Nachfrage unter 2,60 US Dollar je Pfund notieren soll, erscheint ihnen nur schwer vorstellbar.

Rächt sich nun der überschäumende Optimismus der letzten Wochen?

Wägt man die einzelnen Argumente gegeneinander ab, haben die pessimistischen Stimmen das etwas größere Gewicht, denn der Markt hat in den vergangenen Wochen die fundamentalen Daten mehr oder weniger komplett ignoriert.

Der Angebotsüberhang hätte eigentlich verhindern müssen, dass der Kupferpreis überhaupt die Schwelle von 3 US Dollar je Pfund überschreitet. Trotzdem ist genau dies geschehen, weil sehr viel spekulatives Kapital in den Kupfermarkt geflossen ist, weil die Masse der Investoren daran glauben wollte, dass der Preis nur noch steigen könne.

Es sind nun gerade diese Finanzinvestoren, die in diesen Wochen der Krise und Verunsicherung mit besonderer Eile zum Ausgang stürmen. Da die Preise zwangsläufig stark fallen, wenn alle zur gleichen Zeit den Verkaufsknopf drücken und ein hohes Angebot auf eine geringe Nachfrage trifft, könnte der Kupferpreis rasch weiter fallen und auch die Marke von 2 US Dollar je Pfund wieder unterschreiten.

Dieser Pessimismus gipfelt im Ausspruch eines Händlers, der meinte, er würde Kupfer nur noch für den Fall kaufen, dass es eine Shortposition zu schließen gäbe.

Keine Panik auf der Titanic!

Den kritischen Stimmen stehen aber auch solche gegenüber, die dazu aufrufen einen Schritt zurückzutreten und die aktuelle Panik als das zu erkennen was sie ist: eine Panik. Die Sorgen über einen Zusammenbruch Europas seien übertrieben.

Zwar könne der Kupferpreis tatsächlich noch weiter fallen, doch seien diese Preise dann jedoch Kaufgelegenheiten. Wer Positionen hat solle diese weiter halten und ggf. bei Preisen von 2,70 US Dollar oder tiefer weiteres Kupfer zukaufen.

Wenn der Kupferpreis dann später wieder über 3,10 US Dollar notiere, könne man die Kontrakte mit einem netten Gewinn verkaufen und sich seinen Mut entsprechend versilbern lassen.

Damit stimmen potentielle Käufer und Verkäufer hinsichtlich der sehr kurzfristigen Entwicklung auffällig überein: Es wird für die nächsten Tage und Wochen mit weiter nachgebenden Preisen gerechnet. Hinsichtlich der langfristigen Perspektiven trennen beide Gruppen jedoch Welten.

 
 
 

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Demokratische Republik Kongo will 400.000 Tonnen Kupfer produzieren

Der Kongo ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Doch hier zeigte sich in den letzten Jahren in besonders deutlicher Weise, dass Rohstoffe ebenso Segen wie Fluch sein können. Das Land wurde von einem langjährigen...


Der Kongo ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Doch hier zeigte sich in den letzten Jahren in besonders deutlicher Weise, dass Rohstoffe ebenso Segen wie Fluch sein können. Das Land wurde von einem langjährigen Bürgerkrieg zerrissen. Finanziert wurden Waffen und Soldaten von beiden Seiten mit Einnahmen aus Rohstoffverkäufen. An den Rohstoffen, die aus dem Kongo kamen, klebte und klebt zum Teil noch immer Blut, was den Kauf dieser Rohstoffe so sehr sie auch benötigt werden aus ethischen Gesichtspunkten problematisch erscheinen lässt.
Besonders in den östlichen Landesteilen fernab der Hauptstadt sicherten sich Milizionäre die Kontrolle über Minen und Schürfgebiete. Hier sind es vor allem die Exporte von Tantal und Diamanten, die seit Jahren wegen der unhaltbaren Menschenrechtssituation in der Kritik stehen. An sich wäre es für die industriellen Abnehmer ein leichtes sicherzustellen, dass das von ihnen bezogene Tantalium nur aus ethisch unbedenklichen Quellen stammt. Doch die Industrie erweist sich in diesem Punkt als recht träge und ein massiver Druck seitens der Verbraucher, der ein Umdenken einleiten könnte, ist nicht in Sicht.
Bergbau als Chance für den Neuaufbau
Der Rohstoffreichtum könnte dem Kongo auf der anderen Seite aber auch dabei helfen schneller als andere von Bürgerkriegen zerrissene Staaten wieder auf die Beine zu kommen, denn mit den exportierten Erzen kommen Devisen ins Land, die, wenn sie gerecht verteilt werden, allen helfen. Entsprechend groß sind die Bemühungen der Regierung den am Boden liegenden Sektor zu fördern.
Für das Jahr 2010 rechnet die Regierung aufgrund verschiedener neuer Bergbauprojekte mit einem deutlichen Anstieg der Aktivität. Die Kupferproduktion soll auf 400.000 Tonnen steigen. Langfristig als Ziel anvisiert wird sogar eine Jahresproduktion von über 800.000 Tonnen im Jahr 2012. Als Grund für diese starken Anstiege werden die von Freeport McMoRan Copper & Gold Inc., Katanga Mining und Gecamines betriebenen Minen genannt.
Freeport betreibt im Kongo die Tenke Fungurume Mine. Sie ist größte Kupfer-Kobalt-Mine des Landes und nahm im vergangenen Jahr den kommerziellen Betrieb auf. Experten gehen davon aus, das die Lagerstätte über die weltweit größten noch nicht ausgebeuteten Kupfer- und Kobalt-Reserven verfügt.

Minenproduktion auf dem Niveau der 80er Jahre
Es ist schon eine ganze Weile her, dass der Kongo mit derartigen Produktionszahlen aufwarten konnte. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden zuletzt 400.000 Tonnen Kupfer pro Jahr produziert. Während des Bürgerkriegs lag der Sektor am Boden, weil die internationalen Konzerne das Land mieden und ihre Minen schlossen. Was übrig bleib war der unprofessionelle Abbau zur Kriegsfinanzierung.
Bis 2012 will das Land auch wieder über 90.000 Tonnen Kobalt pro Jahr produzieren. Für 2010 wird noch ein Minenausstoß von 30.000 Tonnen Kobalt erwartet. Für das Metall Kobalt ist der Kongo eine der wichtigsten Adressen, denn das Land verfügt über mehr als ein Drittel der weltweit bekannten Reserven.

 
 
 

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Bambus als Alternative zum Holz

Der wachsende Holzbedarf in China weckt das Interesse an alternativen Lösungen. Eine mögliche Alternative zum Holz könnte der Anbau von Bambus sein, denn Bambus stellt eine nachwachsende Ressource dar, die in hervorragender Weise...


Der wachsende Holzbedarf in China weckt das Interesse an alternativen Lösungen. Eine mögliche Alternative zum Holz könnte der Anbau von Bambus sein, denn Bambus stellt eine nachwachsende Ressource dar, die in hervorragender Weise die Bedürfnisse von jungen, stark wachsenden Volkswirtschaften wie China befriedigt. Deshalb verwundert es nicht, dass die Regierung in Beijing die Bambusproduktion auf verschiedene Art und Weise fördert und ganz im Gegensatz zu den strengen Bestimmungen, die derzeit den Holzmarkt kennzeichnen, laufen die Bambusernte und der Handel mit diesem Rohstoff in China weitgehend unbeschränkt.
International ging der Waldbestand allein in den fünf Jahren zwischen 2000 und 2005 um rund 7,3 Mio. Hektar zurück. Ganz anders ist die Situation beim Bambus, denn Bambus ist auf dem Vormarsch und auch in China stiegen die Bambusressourcen von rund 3,8 Mio. Hektar im Jahr 1993 auf rund 4,2 Mio. Hektar im Jahr 2003. Dieser Trend fand in den vergangenen Jahren seine Fortsetzung. Für die Zeit zwischen 2005 und 2015 wird erwartet, dass rund 4 Mio. Hektar neu mit Bambus bepflanzt oder geerntete Felder wieder mit Bambus bepflanzt werden.
China ist eines der größten Anbauländer für Bambus und hat seine Produktion in den letzten Jahren sehr stark ausgeweitet um der steigenden Nachfrage nach Holz mit einer nachhaltigen Alternative begegnen zu können. Wie stark die Produktionsausweitung in den letzten beiden Jahrzehnten war zeigt ein Vergleich der Produktionszahlen von 1990 mit jenen von 2006. Im Jahr 1990 lag die Produktion nur bei 187 Mio. Stämmen. Bis zum Jahr 2006 stieg die Ernte von Bambus bereits auf 1,3 Mrd. Stämme an und seitdem sind weitere Zuwächse zu verzeichnen gewesen.
Was macht Bambus so attraktiv?
Im Vergleich mit dem Wachstum von Holz ist Bambus ein regelrechter Sprinter. Bambus ist weltweit eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen. Dieses Faktum macht Bambus zu einem hochregenerativen Rohstoff. Der so genannte Msos-Bamboo, eine besonders schnell wachsende Bambusart, kann innerhalb von 24 Stunden um bis zu 120 cm wachsen.
Es gibt weit mehr als 200 verschiedene Bambusarten und –sorten mit höchst unterschiedlichen Eigenschaften. Das Spektrum reicht von 30 cm hohen Bodendeckern, den borstig wachsenden Fargesien (Gartenbambus), bis hin zu Riesengräsern, die Höhen von bis zu 12 Meter erreichen.
Beim Holz dauert es im Schnitt etwa 60 Jahre bis ein Laubbaum gefällt und anschließend neu gepflanzt werden kann. Beim Bambus hingegen sind für die Zeit zwischen Pflanzung und Ernte nur etwa drei bis fünf Jahre erforderlich.
Dank dieses besonders schnellen Wachstums kann jährlich rund ein Viertel des Bestandes geerntet werden, ohne dass mit dieser hohen Einschlagsquote die Entwicklung von Bambus nachhaltig geschädigt würde. Damit wird Bambus zu einer idealen Alternative zum langsam wachsenden Holz.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Energie-Rohstoffe

Wasserkraft: Von der romantischen Mühle zum modernen Kleinkraftwerk

Wenn ein Mühlenbesitzer Glück hat, dann muss nur das Fundament repariert und ein neues Mühlrad eingehängt werden. Natürlich ist es nicht immer so einfach, denn mit den alten, klobigen Holzrädern hat die moderne Stromerzeugung an...


Wenn ein Mühlenbesitzer Glück hat, dann muss nur das Fundament repariert und ein neues Mühlrad eingehängt werden. Natürlich ist es nicht immer so einfach, denn mit den alten, klobigen Holzrädern hat die moderne Stromerzeugung an Wasserläufen nicht mehr viel gemein.

Die Von Hartmuth Drews entworfenen modernen Wassermühlen zeichnen sich durch eine besonders hohe Flexibilität aus. Damit entfallen teure Einzelanfertigungen und Drews kann seine Lösungen für viele höchst unterschiedliche Wasserläufe anbieten.
Um das System zu verstehen, stellen Sie sich am besten das Metallarmband einer Uhr vor. Mit ein paar mehr oder weniger Gliedern, die eingefügt oder herausgenommen werden, kann es trotz industrieller Fertigung sehr leicht an jedes individuelle Handgelenk angepasst werden.

Die von Drews entworfenen Mühlräder funktionieren nach dem gleichen Prinzip. In das Mühlrad werden jeweils exakt so viele Edelstahlelemente eingebaut wie es die individuelle Lage am Flusslauf erfordert. Damit kann die Mühle optimal eingestellt werden ohne dass eine teure Einzelanfertigung notwendig ist.
Kleine Luftschlitze in den Wasserkammern verbessern zusätzlich die Energieausbeute. Mit diesem Trick konnte Drews einen Wunsch der alten Wassermühlenkonstrukteure endlich erfüllen. Der Weg dahin war weit und er begann mit Frust und einem Besuch im Deutschen Museum in München.

Ein befreundeter Bauherr in Itzehoe (Schleswig-Holstein) war mit der entsprechenden Frage an Hartmuth Drews herangetreten. Doch nur zwei Unternehmen, die Drews anschließend konsultierte, sahen sich überhaupt in der Lage die benötigte Technik zu liefern und da beide jeweils Unikate geliefert hätten, wäre die Umsetzung sehr teuer geworden.
Auf der Suche nach einer Alternative machte sich Drews zunächst auf den Weg nach München. Im Deutschen Museum studierte er an vielen Tagen intensiv den technischen Stand des 19. Jahrhunderts. Nur hier waren in der Raritätenkammer noch die Standardwerke deutscher Wassermühlenbaukunst von Ferdinand Jacob Redtenbacher und anderen Ingenieuren seiner Zeit zu sehen.

Amortisiert in 8 bis 9 Jahren

Mit Partnern aus dem Metallbau und der Elektrobranche entwickelte Drews die Technik weiter und ließ sich die Neuerungen patentieren. Inzwischen sind die ersten Anlagen verkauft und verrichten unter anderem im Harz ihren Dienst. Mühlen haben hier entlang des Flüsschen Bode eine lange Tradition.

Seit dem 15. Jahrhundert wird die mechanische Energie des Wassers mit Mühlen genutzt. Mit Wasserkraft betriebene Blasewerken heizten bei der Erzproduktion die Feuer an und erleichterten den Menschen die schwere Arbeit erheblich. Die Verfügbarkeit des Wassers und der notwendigen Erze machte den Harz deshalb in vorindustrieller Zeit zu einer Hochburg der Hüttenindustrie.
Eine der von Drews im Harz installierten Anlagen hat eine Nennleistung von 11,5 Kilowatt. Bei Investitionskosten von gut 60.000 Euro erwirtschaftet die Anlage für den Betreiber pro Jahr etwa 10.000 Euro. Rechnet man laufende Kosten für die Wartung mit ein, wird sich die Anlage somit in acht bis neun Jahren amortisieren.
Da Fischtreppen und auch eigene Zuläufe für die Wassermühle denkbar sind und die meisten Standorte an bereits begradigten Flussläufen liegen, sind bei den meisten Miniflusskraftwerken die notwendigen Eingriffe in die Natur vergleichsweise gering. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Deutschland bald aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst würde.

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Bohrtechnik: Schafft weiches Wasser, was harter Diamant nicht schafft?

Wasser empfinden wir Menschen zumeist als weich. Dass es auch sehr hart sein kann, wird uns erst in Sondersituationen bewusst, etwa wenn im Schwimmbad ein geplanter Kopfsprung verunglückt und der Bauch anschließend höllisch...


Wasser empfinden wir Menschen zumeist als weich. Dass es auch sehr hart sein kann, wird uns erst in Sondersituationen bewusst, etwa wenn im Schwimmbad ein geplanter Kopfsprung verunglückt und der Bauch anschließend höllisch schmerzt oder wenn wir in einem Flussbett die vom Wasser rund gewaschenen Kieselsteine betrachten.

Beide Momente, das harte, stoßartige Auftreffen und den permanenten Angriff des Wassers auf eine Oberfläche nutzt Potter Drilling für seine neue Bohrtechnik.
Diese dringt in das Gestein ein, ohne dass der Bohrkopf im klassischen Sinn das Gestein berühren muss. Die aus der Reibung entstehenden Nachteile der herkömmlichen Bohrtechnik können so vermieden werden. Während die klassische Bohrtechnik den Stein mittels der auf ihn einwirkenden Schläge und Stöße zerstört, übernimmt bei der neuen Technik Hitze diese Aufgabe.
Dazu wird stark erhitztes Wasser vom Bohrkopf mit großem Druck auf die Gesteinsoberfläche geschossen. Dieses gezielte, permanente Wasserbombardement führt dazu, dass sich immer wieder kleine Partikel aus dem Gestein lösen. Zusammen mit dem Wasser werden sie am Rand der Bohrvorrichtung nach oben abtransportiert. Potter Drilling bezeichnet dieses Verfahren als Spallation.

Zahlreiche Vorteile gegenüber der herkömmlichen Technik

Der Bohrkopf selbst hat also zu keinem Zeitpunkt der Bohrung Kontakt mit dem Gestein und nutzt sich deshalb auch nicht ab. Damit wird ein wichtiger Vorteil der Methode sofort sichtbar: Der Bohrkopf muss nicht immer wieder ausgetauscht werden, weil der Diamantbesatz abgenutzt ist, sondern er ist quasi unbegrenzt einsetzbar.
Zusätzlich verfügt die neue Technik auch noch über einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil. In hartem Gestein kommen Diamantbohrköpfe nur mit einer Geschwindigkeit von 3 Metern pro Stunde voran. Der neuartige Potter Bohrkopf schafft 15 Meter pro Stunde und ist damit im Vergleich zu den herkömmlichen Bohrköpfen ein echter Sprinter. Leichter als bei der aktuellen Technik lassen sich auch Richtungsänderungen während der Bohrungen vollziehen.
Selbst in Tiefen von bis zu 10.000 Metern soll der neue Bohrkopf noch problemlos einsetzbar sein. Damit überwindet er nicht nur ein Handicap der aktuellen Bohrtechnik, sondern eignet sich besonders für geothermale Bohrungen, also jene Bohrungen, die heiße Quellen zur Energiegewinnung erschließen wollen.
Vollkommen neu ist die Technik, Löcher zu bohren ohne dass der Bohrkopf mit dem Gestein in direkten Kontakt kommt, nicht. Schon in den 50er Jahren wurden erste Experimente in diese Richtung getätigt.

Nun wird es für Potter Drilling darauf ankommen, die theoretisch ausgereifte Methode praktisch zu testen. Bereits in 2009 starteten die ersten Feldversuche mit Prototypen. Wenn Sie erfolgreich sind, könnte dies insbesondere der Geothermie in den USA weiteren Auftrieb geben, denn für diese Bohrungen sind die neuen Bohrköpfe besonders gut geeignet.

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Bohrtechnik: Der Schwächere gibt nach

Die Exploration, also das Erkunden neuer Lagerstätten, ist ein ebenso riskantes wie teures Geschäft. Riskant, denn nicht jede Erkundung führt zu einer wirtschaftlich abbaubaren Ressource und teuer, weil vor allem die Kosten für...


Die Exploration, also das Erkunden neuer Lagerstätten, ist ein ebenso riskantes wie teures Geschäft. Riskant, denn nicht jede Erkundung führt zu einer wirtschaftlich abbaubaren Ressource und teuer, weil vor allem die Kosten für das Bohren schnell ins Geld gehen.

Als Faustregel gilt: Je tiefer man bohrt und je härter das Gestein ist, desto teurer fällt am Ende die Rechnung aus. Wenn Sie jetzt bedenken, dass in Zukunft immer tiefer gebohrt werden muss, weil die oberflächennahen Lagerstätten weitgehend erkundet sind, dann wird schnell deutlich welche Kostenwelle hier wohlmöglich auf die Branche zuschwappt.
Im Prinzip unterscheidet sich das geologische Bohren kaum vom Bohren des Handwerkers in den eigenen vier Wänden. Ein möglichst harter Bohrkopf dreht sich in schneller Folge über einer Oberfläche.

Er kratzt und reißt sie auf und dringt damit immer tiefer in das Material ein. Dabei entsteht durch die Reibung Wärme. Wenn das zu bohrende Material besonders hart ist, entsteht besonders viel Wärme und der Bohrkopf kommt nur langsam voran. Auch dieses Phänomen kennen Sie vermutlich von Ihrer häuslichen Bohrmaschine.
Moderne Bohrköpfe werden deshalb mit Diamanten besetzt, denn der Diamant ist eines der härtesten Materialien. Diamanten haben aber die für das Bohren unangenehme Eigenschaft nicht hitzebeständig zu sein. Unter Hitze wandelt der Kohlenstoff seine Gitterstruktur sodass aus dem besonders harten Diamanten die relativ weiche Kohle wird.

Hinzu kommen die hohen Kräfte denen das Material bei den Drehbewegungen ausgesetzt ist. All das führt dazu, dass auch der härteste Diamantbohrer früher oder später an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gelangt und ausgetauscht werden muss.

Wenn selbst Diamantbohrer schwach werden

Die Lebensdauer eines Bohrmeißels hängt neben seiner eigenen Güte natürlich besonders von der Frage ab, wo er eingesetzt wird. Muss etwa bei Tiefenbohrungen besonders hartes Gestein durchbohrt werden, kann es leicht passieren, dass selbst ein Diamantbohrkopf bereits nach rund 60 Metern ausgetauscht werden muss. Pro Bohrloch werden je nach Härte des Gesteins also leicht 5 bis 10 Bohrköpfe verschlissen ehe die endgültige Tiefe erreicht wird.
Auch die Geschwindigkeit des Bohrmeißels ist mit 3 Metern pro Stunde in Granitgestein nicht besonders hoch. Zudem finden konventionelle Bohrgeräte in Abhängigkeit vom Gestein meist schon in Tiefen von 2.000 bis 3.000 Metern ihren Meister. Viele Bohrprogramme erfordern aber Bohrungen jenseits dieser Tiefen.

Und spätestens jetzt wird klar, warum Bohrungen einerseits für die explorierenden Unternehmen ein so teures Vergnügen sind und die Branche auf der anderen Seite mit Nachdruck an einer Verbesserung der eingesetzten Bohrtechnik arbeitet.
Eine revolutionäre Bohrtechnik will jetzt die Firma Potter Drilling aus dem kalifornischen Redwood City auf den Markt bringen. Was es mit dieser Technik auf sich hat und wie sie funktioniert, dieser Frage werde ich morgen nachgehen.
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Öl: Die OPEC sorgt sich um ihren Marktanteil

Die OPEC Sitzung am vergangenen Mittwoch brachte keine Veränderungen, warf aber ein bezeichnendes Licht auf die aktuelle Situation am Ölmarkt. Wie von den Beobachtern zuvor erwartet beließ das Kartell die offiziellen Förderquoten...


 

Gleichzeitig äußerte sich die OPEC jedoch besorgt darüber, dass der erwartete Anstieg der Ölnachfrage aus den Entwicklungsländern nicht durch OPEC Öl, sondern vor allem durch eine höhere Produktion aus Nicht-OPEC-Staaten kompensiert wird. Ja, sogar eine Überkompensation erscheint möglich.

Diese würde die Marktanteile des Kartells weiter reduzieren, was nicht gewünscht ist, denn schon das dritte Jahr in Folge sinkt der Marktanteil der OPEC-Staaten.
An einen schnellen Abbau des großen Lagerbestands in den Industriestaaten glaubt die OPEC nicht. Sie erwartet für die OECD Länder auch weiterhin eine verhaltene Nachfrage, sodass sich die Lager nicht nennenswert leeren werden, sofern die Ölimporte der Industriestaaten auf dem aktuellen Niveau verbleiben.

Mangelnde Quotendisziplin als Ursache

Auf den ersten Blick sieht es also so aus, als trügen die Nicht-OPEC-Staaten die Schuld daran, daran, dass die Lager weiterhin gut gefüllt sind und der OPEC Anteil beständig zurückgeht. Doch eine derartige Sicht ist zu einseitig. Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, tut die OPEC gut daran, sich an ihre eigene Nase zu fassen, denn beim Stichwort Quotendisziplin gibt die OPEC in diesen Tagen alles andere als ein stimmiges Gesamtbild ab.
Obwohl die offiziellen Förderquoten seit Monaten auf dem aktuellen Level verharren, fördern die OPEC Mitglieder beständig mehr Öl als ihnen entsprechend ihrer jeweiligen Quote eigentlich erlaubt ist.

Mittlerweile ist die Mehrproduktion auf 2 Mio. Barrel pro Tag angestiegen. Es versteht sich von selbst, dass der Kritik der OPEC an den Nicht-OPEC-Staaten vor diesem Hintergrund die notwendige Glaubwürdigkeit fehlt.
Dass sich der Ölpreis trotz gut gefüllter Lager und reichhaltigem Angebot in den luftigen Höhen über 80 US Dollar je Barrel aufhalten kann, ist somit in erster Linie den Finanzinvestoren und nicht der fundamentalen Situation zu verdanken.

Steigende Nachfrage in den USA

Zwar ist die Ölnachfrage in den Industrieländern verglichen mit den Höchstständen aus den Jahren 2007/2008 immer noch relativ schwach, aber es gibt erste Anzeichen für eine Belebung. Die US Rohöllagerbestände gingen in der vergangenen Woche um 1 Mio. Barrel zurück.

Beim Benzin und bei den Destillaten betrug der Rückgang 1,7 Mio. bzw. 1,5 Mio. Barrel. Damit fiel der Rückgang stärker aus als allgemein erwartet.
Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Ölprodukten in den USA wieder leicht steigt. Gegenüber dem schwachen Verbrauch des Vorjahres gab es in den vergangenen 4 Wochen einen Anstieg um 3,5%.

Bedenkt man gleichzeitig, dass die Benzinpreise an den Tankstellen in den USA auf den höchsten Wert seit Oktober 2008 gestiegen sind, dann ist der erhöhte Verbrauch einerseits ein gutes Zeichen, auf der anderen Seite werden die Bäume aber auch nicht in den Himmel wachsen, weil die hohen Preise an den Tankstellen, die weitere Nachfrage zumindest dämpfen werden.

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Die Krise ist überwunden. Wozu braucht man jetzt noch Gold und Silber?

In den vergangenen Tagen wurde ich mit einer interessanten Aussage konfrontiert. Ich hätte zwar vor der aufkommenden Finanzkrise und ihren Gefahren rechtzeitig gewarnt, aber im Grunde sei doch alles nicht so schlimm gewesen. Das...


In den vergangenen Tagen wurde ich mit einer interessanten Aussage konfrontiert. Ich hätte zwar vor der aufkommenden Finanzkrise und ihren Gefahren rechtzeitig gewarnt, aber im Grunde sei doch alles nicht so schlimm gewesen. Das Leben ginge weiter und alles sei irgendwie noch einmal gut gegangen. Auf den Weltuntergang warteten die einschlägigen Propheten vergeblich und auch unser Geldsystem bestehe allen Unkenrufen zum Trotz immer noch weiter. Deshalb dürfe man jetzt den Kopf nicht hängen lassen, sondern müsse weiter optimistisch in die Zukunft schauen.
Es würde mich nicht wundern, wenn in diesen Tagen viele Menschen so denken. Die massive Häme, die neuerdings in den Medien den Goldbugs wieder entgegenschlägt, deutet ein wenig in diese Richtung. Gegen eine gesunde Portion Optimismus ist auch gewiss nichts einzuwenden und es ist für uns Menschen auch einfach leichter zu überleben, wenn wir frei nach Martin Luther selbst am Tag vor dem Weltuntergang noch einen Apfelbaum pflanzen anstatt uns in Kummer und Selbstmitleid zu ergehen und den Kopf hängen zu lassen.
Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht zu blauäugig mit dem Geschehenen umgehen. Selbst wenn man erleichtert darüber ist, dass die Finanzkrise "irgendwie" abgewendet werden konnte, dann sollte man über das "wie" nachdenken und die gewählten Lösungsschritte kritisch in Frage stellen. Kritisch in Frage stellen heißt weder sofort verwerfen noch blind bejubeln, sondern fordert uns auf mit all der Intelligenz, die uns Mutter Natur zur Verfügung gestellt hat, zu prüfen, ob die gefundenen und gewählten Lösungen als Problemlösung taugen.
Die gefundene Lösung mahnt weiterhin zur Vorsicht
Und was dieses "wie", nämlich die unheimliche und durch wirtschaftliche Produktion nicht gedeckte Aufblähung der Geldmenge, betrifft, bleiben weiterhin viele Fragen und Unsicherheiten. Wenn unser ganzes Geld- und Wirtschaftssystem nur auf Schuldkontrakten aufbaut, dann ist es durchaus gut, wenn zumindest ein Teil des eigenen Vermögens in einer Form gehalten wird, die keine Forderung darstellt. Physische Edelmetalle haben diesen Charakter. Die Goldmünze oder der Silberbarren stellen, sofern sie bar bezahlt wurden, einen Teil des Vermögens dar, auf das niemand sonst eine Forderung anmelden kann. Ihr Wert schwankt zwar, aber er kann nicht gänzlich schwinden. Das unterscheidet das Gold von einem Unternehmen das Konkurs anmelden und damit untergehen kann oder einem Schuldner (und sei es eine Bank oder auch ein Staat), der seinen Zins- und Tilgungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.
Wer diesen bleibenden Charakter der Edelmetalle für seine persönliche Vermögensabsicherung in Anspruch nimmt, der ist deshalb keineswegs ein notorischer Schwarzseher oder gar ein pessimistischer Weltuntergangsprophet, sondern jemand, der angesichts der auch weiterhin bestehenden Gefahren eine ebenso sinnvolle wie legitime Vorsorge betreibt. Lassen Sie sich deshalb als Besitzer von physischem Gold und Silber von der aktuellen Negativpropaganda nicht verunsichern. Was der Medizinschrank im Haus oder der Erste-Hilfe-Kasten im Auto für unsere Gesundheit darstellen, das sind die Edelmetalle für das eigene Vermögen: Eine unverzichtbare Vorsorge für den Fall der Fälle - von dem man hofft, dass er nie eintreten wird.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich
Ihr
Dr. Bernd Heim

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Energie-Rohstoffe

Maltakraftwerke: Auf dem Weg ins Tal erzeugt das Wasser mehrfach Strom

Ein wenig erinnert der Weg des Wassers durch das Stausystem im Maltatal in Kärnten an die Echternacher Springprozession (zwei Schritte vor, einer zurück). Immer wieder wird das Wasser in verbrauchsarmen Zeiten, also vor allem...



Ein wenig erinnert der Weg des Wassers durch das Stausystem im Maltatal in Kärnten an die Echternacher Springprozession (zwei Schritte vor, einer zurück). Immer wieder wird das Wasser in verbrauchsarmen Zeiten, also vor allem nachts in höher gelegene Speicher gepumpt um eine möglichst effiziente Nutzung seiner kinetischen Energie zu erreichen. Gleichzeitig kann der Nachtstrom anderer Kraftwerke für den sonst keine Verwendung bestände, sinnvoll genutzt werden. Wenn das Wasser die Unterstufe der Maltakraftwerke erreicht, wird es bereits zum dritten Mal durch Turbinen geleitet und seine kinetische Energie in elektrische umgewandelt.
Verglichen mit den höher gelegenen Stauseen sind die Speicher der Unterstufe die kleinsten. Jetzt kommt es nicht mehr darauf an, große Wassermengen für den regenarmen Winter zu speichern oder in der Nacht auf höher gelegene Staustufen zurückzupumpen, sondern den regelmäßigen Betrieb des Kraftwerks Mölltal sicherzustellen.
Der 598 Meter hoch gelegene Stausee Rottau hat deshalb nur noch ein maximales Fassungsvermögen von 500.000 Kubikmeter. Seine Staumauer erreicht eine Höhe von 13,7 Meter und eine Länge von 2 x 15 Meter. Das ebenfalls zwischen 1971 bis 1979 errichtete Kraftwerk verfügt über eine Leistung von 41.000 kW. Im Speicher Rottau sammelt sich sowohl das aus der Hauptstufe abgeleitete Wasser als auch Wasser aus der Möll.
Starker Eingriff in die Natur
Pro Sekunde fließen mindestens 5 Kubikmeter Wasser entweder über die Wehranlage Rottau oder durch eine Propellerturbine mit 630 kW Nennleistung aus dem künstlichen See in die Möll. Das verbleibende Wasser wird über den offenen, rund 2,5 km langen Oberwasserkanal und den Sachsenwegstollen geleitet. Von dort geht es nach einer Fallhöhe von 45 Metern und mit einem Durchfluss von 110 Kubikmetern pro Sekunde in die Kraftwerkstation Möllbrücke. Diese liegt 1,2 km vom Ende und 3,9 km vom Beginn des Oberwasserkanals entfernt. Die jährliche Regeleistung der zwei Kaplan Turbinen mit vertikaler Welle liegt bei 120 Mio. kWh.
Durch den Oberwasserkanal gelangt das meiste Wasser noch vor der eigentlichen Mündung der Möll in die Drau, sodass nur noch ein Bruchteil des Wassers über das natürliche Flussbett in die Drau fließt. Damit wird deutlich, dass auch diese Staustufe noch einmal massiv in die Natur eingreift und den natürlichen Weg des Wassers nachhaltig verändert.
Wer jetzt glaubt, das Wasser habe mit dem Einmünden in die Drau seine energiepolitische Schuldigkeit getan, der hat seine Rechnung ohne die zehn Laufkraftwerke gemacht, die in Kärnten den Lauf der Drau säumen. Das zeigt wie stark die österreichische Energiewirtschaft auf die erneuerbare Energiequelle Wasser setzt und bemüht ist, seine Kraft möglichst optimal und effektiv zu nutzen.
Hoher Freizeitwert
Geplant wurden die Anlagen der Maltatalkraftwerke allein aus energiewirtschaftlichen Gründen. Doch inzwischen kommt den Anlagen auch eine gewisse touristische und sportliche Bedeutung zu. Die hochgelegene Kölnbeinsperre ist mit ihrer großen Wasserfläche und ihrer Länge von 3 km ein ideales Trainingsgebiet für Ruderer. Das hat auch der deutsche Ruderverband erkannt, der seine Höhentrainings für Weltmeisterschaften und olympische Spiele auf dem Speichersee durchführt.
Wenn Sie die Talsperre besuchen und zur richtigen Zeit vor Ort sind können Sie entweder dem Deutschlandachter beim Training zuschauen, die Schönheit des Nationalparks Hohe Tauern genießen oder sich selbst ein wenig Nervenkitzel verschaffen, indem Sie sich bei einem Bungee Sprung von der Staumauer in die Tiefe stürzen.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich
Ihr
Dr. Bernd Heim

 
 
 

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Galgenbichl: Zwischenspeicher im Dienste einer hocheffizienten Wassernutzung

Das 200 Meter unterhalb der Kölnbreintalsperre gelegene Kraftwerk Galgenbichl hat als so genanntes Pumpspeicherkraftwerk eine doppelte Funktion. Im Turbinenbetrieb erzeugt es mit dem Wasser des Kölnbreinspeichers elektrische...



Das 200 Meter unterhalb der Kölnbreintalsperre gelegene Kraftwerk Galgenbichl hat als so genanntes Pumpspeicherkraftwerk eine doppelte Funktion. Im Turbinenbetrieb erzeugt es mit dem Wasser des Kölnbreinspeichers elektrische Energie, während im nächtlichen Pumpbetrieb nicht benötigte Energie aus anderen Kraftwerken veredelt wird, indem Wasser aus dem Vorspeicher Galgenbichl in den höher gelegenen Kölnbreinspeicher zurückgepumpt wird.
Technisch besteht das Kraftwerk aus zwei Isogyre-Pumpturbinen in horizontaler Anordnung. Mit ihnen werden zwei Generatoren betrieben, die jeweils eine Nennleistung von je 70 MVA aufweisen. Bei einer mittleren Fallhöhe von 198 Meter und einer Durchflusskapazität von 70 Kubikmeter pro Sekunde können die Turbinen und Generatoren entweder bis zu 120 MW elektrischen Strom erzeugen und an das Netz abgeben oder bis zu 116 MW zum Hochpumpen des Wassers in den Speicher Kölnbrein aufwenden. Stolze 76,0 Mio. kWh beträgt die jährliche Regelarbeitsleistung des 1977/78 in Betrieb genommenen Kraftwerks.
Die Hauptstufe der Maltakraftwerke besteht aus den Speichern Galgenbichl und Gößkar und dem Kraftwerk Rottau. Gespeist wird der Galgenbichlspeicher mit dem Wasser der Oberen Lieser. Gemessen an den Ausmaßen der höhergelegenen Kölnbreintalsperre ist die Staumauer des Galgenbichlspeichers geradezu zierlich. Der Galgenbichspeicher hat zwei Sperrwerke, einen Kiesschüttdamm, der mit einer Asphaltbetonoberfläche beschichtet ist und eine aus Beton errichtete Sperrmauer. Die Mauer hat eine Kronenlänge von 85 Meter und erreicht eine Höhe von 15 Meter, während der Damm bei 115 Meter Kronenlänge auf eine Höhe von 50 Meter kommt. Der 1.704 Meter hoch gelegene Stausee hat ein maximales Fassungsvermögen von 4,4 Mio. Kubikmeter und ein Einzugsgebiet von 77,3 Quadratkilometer.
Kleinere Ausgleichspeicher zur kurzfristigen Optimierung
Zum System der Hauptstufe zählt außerdem noch der Ausgleichspeicher Gößkar. Er liegt etwa 10 Kilometer entfernt, ist aber durch in den Berg gebohrte Tunnelsysteme mit den anderen Speichern verbunden. Obwohl sein Volumen mit nur 1,8 Mio. Kubikmeter deutlich unter den 4,4 Mio. Kubikmeter des Galgenblichspeichers liegt, sind die Ausmaße der Staumauern etwa gleich. Die Staumauer des Speichers Gößkar hat eine Kronenbreite von 5 Metern bei einer Kronenlänge von 260 Metern. Insgesamt erreicht dieses Sperrwerk eine Höhe von 55 Meter.
Das Ziel der gesamten Kraftwerkskonstruktion ist es, das Wasser auf seinem Weg ins Tal möglichst oft und möglichst effektiv zu nutzen. Dieser Aufgabe dienen die unterschiedlichen Speicher. Während beim am höchsten gelegenen Kölnbreinspeicher vor allem die Sammelfunktion für den regenärmeren Winter die Ausmaße der Sperre diktierte, dienen die kleineren Stausee vor allem dem kurzfristigen Ausgleich. Deshalb ist hier weniger die Gesamtgröße entscheidend als vielmehr die Frage welche Wege muss das Wasser zurücklegen, wenn es aus den Zwischenspeichern wieder in die höher gelegenen Stauseen zurückgepumpt wird.
Damit wird deutlich, dass einzelne Tropfen den langen Weg ins Tal unter Umständen mehrmals zurückgelegt haben, bevor sie die Unterstufe erreichen. Wie sich diese darstellt, dieser Frage werden wir morgen nachgehen.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich
Ihr
Dr. Bernd Heim

 
 
 

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Die energiewirtschaftliche Bedeutung der Kölnbreinsperre

Es ist der große Vorteil der Kraftwerke im Maltatal, dass ihre Energieerzeugung sowohl kurz- als auch mittel- und langfristig an den Bedarf angepasst werden kann. Die langfristige Bedarfsanpassung erfolgt durch das Stauen des...


Es ist der große Vorteil der Kraftwerke im Maltatal, dass ihre Energieerzeugung sowohl kurz- als auch mittel- und langfristig an den Bedarf angepasst werden kann. Die langfristige Bedarfsanpassung erfolgt durch das Stauen des Wassers, denn während 91% des Wassers im bedarfsschwächeren Sommer und nur 9% im bedarfsstärkeren Winter anfallen, kann durch die Jahresspeicherung die Menge der erzeugten Energie wesentlich bedarfsgerechter gestaltet werden. Ohne Stauung könnten allein durch den natürlichen Zufluss nur 9% der Energie im Winter gewonnen werden. Mit der Stauung allein kann dieser Anteil auf 78,3% gesteigert werden.
Durch den Einsatz von Umwälzpumpen erfolgt der kurz- und mittelfristige Ausgleich von Wasserangebot und Stromnachfrage. In der verbrauchsarmen Nacht wird deshalb Wasser aus der Möll in die Speicher der Hauptstufe und vom Speicher Galgenbichl in den Speicher Kölnbrein hochgepumpt. Die Pumpleistung liegt bei 406 Megawatt, die Turbinenleistung bei 891 Megawatt. Zusammen ergibt sich eine Energiemenge von 1.297 Megawatt. Sie entspricht rund 12% der Lastspitze in Österreich. Die Bedeutung des Kraftwerks für die Alpenrepublik ist damit nicht zu unterschätzen. Aber auch für die Nachbarländer hat das Kraftwerk Bedeutung etwa dann, wenn in Österreich oder im benachbarten Ausland Kraftwerke vorübergehend ausfallen und Versorgungsdefizite kurzfristig ausgeglichen werden müssen.
Um den Kölnbreinspeicher zu füllen muss Wasser zugepumpt werden
Der Speicher Kölnbrein, die Kölnbreinsperre und das dazugehörige Kraftwerk Galgenbichl bilden die Oberstufe des Staussystems. Die Staumauer der 1971 bis 1977 erbauten Kölnbreintalsperre erreicht eine Höhe von 200 Meter. An der Basis ist die Mauer 41 Meter breit. Die 626 Meter lange Krone hat eine Breite von 7,6 Meter. Der 4,5 Km lange Stausee hat bei Vollstau einen Inhalt von 200 Mio. Kubikmeter und eine Fläche von 2,55 Quadratkilometer. Das Einzugsgebiet des Stausees beträgt 51,3 Quadratkilometer. Das Galgenbichl Kraftwerk erzeugt mit dem hier gespeicherten Wasser eine Leistung von 120.000 kW.
Die Kölnbreintalsperre ist das Kernstück der Kraftwerke im Malttal. Doch das direkt in den Kölnbreinspeicher fließende Wasser reicht allein nicht aus, um den Jahresspeicher vollständig zu füllen. Aus diesem Grund werden auf 1.700 Meter Höhe die Zuflüsse der Oberen Lieser sowie einige Bäche des Malta- und Gößtals im Vorspeicher Galgenbichl gespeichert. Von hier aus werden sie in den 200 Meter höher gelegenen Kölnbreinspeicher gepumpt. Um den Speicher vollständig zu füllen wird zusätzlich auch noch Wasser aus der Möll entnommen und in den 1.300 Meter höher gelegenen Kölnbreinspeicher gepumpt.
Die Wasseroberfläche des Kölnbreinspeichersees liegt bei Vollstau 1.902 Meter über dem Wasserspiegel der Adria. Bei Bedarf kann sie bis auf 1.750 Meter abgesenkt werden und ein vollständig gefüllter Speicher stellt für die Maltakraftwerke einen Energiegehalt von 588,3 Gigawattstunden (GWh) dar.
Mit der energiewirtschaftlichen Bedeutung des Kraftwerks Galgenbichl und den weiter talwärts gelegenen Hauptstufe werden wir uns morgen beschäftigen.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich
Ihr
Dr. Bernd Heim

 
 
 

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Österreichs größte Talsperre: die Kölnbreinsperre

Die ersten Überlegungen wie die Abflüsse des Maltatales in Kärnten energiewirtschaftlich zu nutzen seien reichen in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Nachdem der zweite Weltkrieg und die frühen Nachkriegsjahre eine...


Die ersten Überlegungen wie die Abflüsse des Maltatales in Kärnten energiewirtschaftlich zu nutzen seien reichen in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Nachdem der zweite Weltkrieg und die frühen Nachkriegsjahre eine Unterbrechung gebracht hatten, nahm man die Studien in den 50er Jahren wieder auf. Dabei wurde schnell klar, dass das Maltatal zu den niederschlagreichsten Gebieten Kärntens zählt. Sowohl das Wetter nördlich wie südlich des Alpenhauptkamms entfaltet hier seinen Einfluss und durch die starken Vergletscherungen, die das Tal aufweist, wird insbesondere in trockenen Sommern eine wertvolle Abflussreserve gebildet.
Vergleichende Untersuchungen führten zu der Entscheidung das nahegelegene und damals in Bau befindliche Winterspeicherwerk Reißeck-Kreuzeck durch die Zuleitung von Wasser aus dem Maltatal zu erweitern. In seiner endgültigen Fassung entstand der Plan das Maltatal mit einer drei Stufen umfassenden Kraftwerksgruppe zu nutzen. Die geologischen Untersuchungen des Untergrunds und der Talflanken der Kölnbreinsperre begannen 1957. Mit bis zu 80 Meter tiefen Bohrungen wurde das Gestein auf seine Tragfestigkeit getestet.
Innovative Konstruktion spart Beton
Der Bau der Talsperre, immerhin die größte in Österreich, erfolgte zwischen 1971 und 1978. Allein für den Bau der Staumauer wurden 1,6 Mio. Kubikmeter Beton verbaut. Die Mauer ist sowohl horizontal als auch vertikal gekrümmt und wie eine um 90 Grad gedrehte flache Kugel gegen den Felsen gesetzt. Dank dieser Bauweise konnte die Mauer weniger massig ausfallen.
Obwohl also viel Beton gespart wurde, leidet die Stabilität im Vergleich zu anderen Bauwerken nicht. Die Talsperre, die 1979 erstmals den Vollstau erreichte, bog sich entsprechend der zuvor erstellten Berechnungen 12 cm talauswärts, nachdem der Wasserdruck mit 5,4 Mio. Tonnen sein Maximum erreicht hatte. Ein Bersten der Mauer ist dennoch nicht zu erwarten, denn die Stabilität wurde so berechnet, dass die Mauer dem sechsfachen Wasserdruck bei Vollstau standhalten kann.
Risse zwangen zu aufwendiger Sanierung
Dennoch signalisierten die rund 400 eingebauten Messstellen ab 1978 Probleme. Durch Risse an der Basis der höchsten Sperrenblöcke drang Wasser ein. Experten erkannten schnell die Überbeanspruchung des Betons entlang der Aufstandsfläche als Grund. Die in diesem Bereich wirkende Horizontalkomponente des Wasserdrucks wurde dadurch verstärkt, dass sich Gebirge und Talsperre unterschiedlich verformten. Dies war nicht erwartet worden. Zwischen 1989 und 1992 wurde die Sperre deshalb aufwendig saniert. Auf der Talseite wurde die Mauer durch ein 65 Meter hohes und 70 Meter breites Stützgewölbe aus 500.000 Kubikmeter Beton und weiteren 150.000 Kubikmetern Schüttgut verstärkt. Mit Zement- und Kunstharzinjektionen wurden die wasserseitigen Risse abgedichtet. Der talseitige Vorbau entlastet die Sperre nun bei Vollstau um etwa 22%.
Die Gesamtkosten für die aufwendige Sanierung der Kölnbeinsperre beliefen sich auf 2 Mrd. Schilling, also etwa 145 Mio. Euro. Am 4. Oktober 1993 wurde erneut der Vollstau erreicht und die inzwischen auf 2.500 erweiterten Messstellen der Sperre zeigten Stabilität an. Nachdem heute die technischen Herausforderungen der Sperre im Mittelpunkt standen, möchte ich mich morgen der energiewirtschaftlichen Bedeutung der Talsperre zuwenden.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich
Ihr
Dr. Bernd Heim

 
 
 

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Erneuerbare Energie Wasserkraft: Sauber und doch nicht ganz unproblematisch

Wasser und Wind zählen zu den ältesten Energiequellen der Menschheit. Die vielen erhaltenen historischen Mühlen geben Zeugnis von der Bedeutung, die die beiden Naturkräfte lange Zeit für den Menschen hatten. Nutze man früher die...



Wasser und Wind zählen zu den ältesten Energiequellen der Menschheit. Die vielen erhaltenen historischen Mühlen geben Zeugnis von der Bedeutung, die die beiden Naturkräfte lange Zeit für den Menschen hatten. Nutze man früher die Strömung des Windes und der Flüsse um sie in mechanische Energie umzuwandeln und die Mühlräder anzutreiben, steht heute die Gewinnung elektrischer Energie im Vordergrund. Dieser Prozess ist nahezu unendlich, da das Wasser auf den Meeren verdunstet, über dem Land als Regen niedergeht und dann der Gravitationskraft folgend talwärts fließt. Wie intensiv die Menschheit diese Energieform auch heute noch nutzt erkennt man daran, dass auch gegenwärtig immerhin noch knapp 20% der weltweit erzeugten elektrischen Energie aus Wasserkraft gewonnen wird.
Heute wird die kinetische Energie des Wassers durch verschiedene Kraftwerksformen in elektrische Energie gewandelt. Wir kennen Kleinwasserkraftwerke, Staudruckmaschinen, Wasserturbinen sowie Meeresströmungs- und Wellenkraftwerke. In Deutschland spielt die Wasserkraft bei der Stromerzeugung nur eine untergeordnete Rolle. Bei unseren Nachbarn in Österreich und der Schweiz ist das ganz anders. Hier begünstigt die Berglandschaft den Auf- und Ausbau von Wasserkraftwerken.
Allein in Österreich gibt es 2.400 Kleinwasserkraftwerke, die im Schnitt etwa 10 Megawatt Leistung bringen und das öffentliche Netz mit CO2 freiem Strom versorgen. Hier bewahrheitet sich wieder der alte Ausspruch, dass auch Kleinvieh Mist macht, denn diese Kleinkraftwerke decken ca. 8% des österreichischen Strombedarfs und versorgen rund 1,5 Mio. Haushalte. Damit wird etwa die Hälfte der Haushalte in der Alpenrepublik mit ökologisch sauberem Strom beliefert und der Ausstoß von 3,8 Mio. Tonnen CO2 jährlich kann im Vergleich zur Verwendung von Kohle- oder Gaskraftwerken gespart werden.
Bis zu 12% des Stroms liefern einzelne Großkraftwerke
Bekannter als die vielen kleinen Anlagen im Land sind die Großkraftwerke, die an Staudämmen in den Alpen errichtet wurden. In Österreich stehen einzelne Anlagen durchaus für 10-12% der in Spitzenzeiten benötigten elektrischen Energie. Zu den bekanntesten Anlagen gehören die Maltakraftwerke in Kärnten und das Kraftwerk Kaprun im Glocknermassiv. Letzteres deckt etwa 10% des Verbrauchs, während die Kraftwerke im Maltatal mit ihrem ausgeklügelten System von verschiedenen Staustufen und Speichern in Spitzenzeit sogar 12% des Bedarfs zu erzeugen in der Lage sind.
Zwar ist die Energiegewinnung aus Wasserkraft viel ökologischer als es Kohle-, Gas- oder gar Atomkraftwerke jemals sein können, doch ganz spannungsfrei ist auch diese nicht. Immer wenn Kraftwerke gebaut oder Stauseen angelegt werden bedeutet dies zugleich auch einen erheblichen Eingriff in die Flusslandschaften und Ökosysteme. Den Umweltschützern ist es daher ein besonderes Anliegen, dass zunächst bestehende Anlagen modernisiert und auf den aktuellen technischen Stand gebracht werden, bevor neue Wasserkraftwerke geplant und gebaut werden.
Obwohl die Vorteile der Wasserkraft in Österreich bereits sehr intensiv genutzt werden, ist dem Land doch bewusst, dass auch andere erneuerbare Energieträger wie Biogas, Windkraft, Solar, Biomasse und die Geothermie ebenfalls weiterentwickelt werden müssen, um den ständig steigenden Energiebedarf des Landes dauerhaft zu decken.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich
Ihr
Dr. Bernd Heim

 
 
 

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