Rohstoffe & Devisen, Rohstoffländer im Fokus, Rohstoffe

Der Irak, die Kurden und das Öl (3. Teil): Greifen die Nachbarländer militärisch ein?

Einige Beobachter schätzen, dass von einem unabhängigen kurdischen Staat im Nordirak eine Signalwirkung für die im Iran und in der Türkei lebenden 21 bis 28 Millionen Kurden ausgehen könnte. Sie könnten ebenfalls mehr Autonomie...


Einige Beobachter schätzen, dass von einem unabhängigen kurdischen Staat im Nordirak eine Signalwirkung für die im Iran und in der Türkei lebenden 21 bis 28 Millionen Kurden ausgehen könnte. Sie könnten ebenfalls mehr Autonomie oder ggf. sogar die nationale Unabhängigkeit von ihren jeweiligen Regierungen in Teheran und Ankara verlangen. Um diese Bestrebungen schon im Keim zu ersticken und einen Dominoeffekt zu verhindern, könnten sich die Nachbarländer Iran und Türkei deshalb zu einem militärischen Eingreifen veranlasst sehen.
Ein solches militärisches Eingreifen wäre aber für beide Länder jedoch mit einer großen Gefahr verbunden, denn es ist nicht zu erwarten, dass die innerhalb der eigenen Landesgrenzen lebenden Kurden der Aktion zusehen werden, ohne sich mit den irakischen Kurden zu solidarisieren. Dann hätten Ankara und Teheran im schlimmsten Fall einen bewaffneten Konflikt im Ausland und einen Bürgerkrieg in den eigenen Grenzregionen zu bestehen. Wahrscheinlicher als ein militärisches Engagement im Nordirak wird deshalb sein, dass beide Länder versuchen werden auf die politische Neuorganisation des Irak mehr indirekt Einfluss zu nehmen.
Die wirtschaftliche Einflussnahme ist ungefährlicher
Schon heute kann mit Recht bezweifelt werden, ob sich die Regierungen in Ankara und Teheran wirklich von der Dominotheorie leiten lassen. Viel stärker deuten die Zeichen der Zeit darauf hin, dass es die wirtschaftlichen Interessen sein werden mit denen das Land regiert wird und mit denen folglich auch die ausländischen Mächte versuchen werden Einfluss auf die Entwicklung im Nordirak zu nehmen. Obwohl ihnen der neoliberale nationalistische Charakter der kurdischen Regionalregierung nicht verborgen geblieben ist, investieren schon heute türkische und iranische Unternehmen Millionen im Nordirak und man wird wohl zu Recht davon ausgehen dürfen, dass sie dies mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer jeweiligen Landesregierung tun.
Seit Juni 2009 exportiert beispielsweise eine türkische Ölfirma täglich 40.000 Barrel aus dem Nordirak in das eigene Heimatland. Das Geschäft beruht auf einer Vereinbarung mit der kurdischen Regionalregierung und bei einem Ölpreis von 80 US Dollar erreicht der Wert des in die Türkei exportierten Öls die Schwelle von 1 Mrd. Dollar schon nach einem Jahr. So wird die kurdische Regionalregierung zu einer wichtigen Quelle für den Ölexport in die Türkei und über diese in die westliche Welt.
Damit rücken nicht nur die beiden direkten Nachbarn Türkei und Iran in den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Auch für Europa sind die kurdischen Öl- und Gasquellen und damit die Frage wer sie kontrolliert von entscheidender strategischer Bedeutung. Wir werden deshalb morgen die europäischen Interessen in den Blick nehmen.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Rohstoffländer im Fokus, Rohstoffe

Ölförderung im Irak: 2011 als zukunftsweisendes Jahr

Der Irak erholt sich langsam von den Folgen des Krieges. Auch die Ölförderung im Land läuft wieder an und könnte 2011 signifikant ansteigen


Im Irak verstärken Öl-Giganten wie Royal Dutch momentan ihre Engagements. Sie sind wie viele Analysten der Meinung, dass die irakische Ölförderung 2011 auf über 12 Mio. Barrels pro Tag (mb/d) gesteigert werden kann.

Gelingt dieser Schritt, könnte die weltweite Erdölproduktion leicht von derzeit 83,5 mb/d auf rund 100 mb/d gesteigert werden. Eine solche Steigerung wird benötigt, wenn die aufstrebenden asiatischen Länder, insbesondere China und Indien, ihren Ölkonsum weiter in den bisherigen Steigerungsraten erhöhen.

Prognosen zur irakischen Ölproduktion 2011 zu optimistisch?

Hinsichtlich der irakischen Ölreserven und Produktionskapazitäten streiten die Experten inzwischen darüber, ob die Schätzungen für die zukünftige Ölförderung zu ambitioniert sind oder gar das wahre Potential des Landes verkennen und es damit als zu gering einschätzen.

Von entscheidender Bedeutung für die Beantwortung dieser Frage sind die Erdölgebiete im kurdisch besiedelten Norden des Irak. Die kurdische Regionalregierung behauptet, dass die in dem von ihr kontrollierten Teil des Landes liegenden Reserven mehr als die Hälfte aller Reserven ausmachen, die von der Organisation für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) ausgewiesen wurden.

Weiterhin erwartet die Regionalregierung, dass die kurdisch-irakische Ölproduktion bereits 2011 auf 250.000 Barrel pro Tag steigen wird und noch vor 2012 die Schwelle von 1 Million Barrel pro Tag überschreiten wird.

Beeinflusst der Abzug der Amerikaner die Ölförderung im Irak?

Der beabsichtigte Abzug der US Truppen aus dem Irak wirft zahlreiche Fragen auf und er bringt insbesondere für das Öl- und Gasgeschäft eine Menge Unsicherheit mit sich. Aktuell verfügt die kurdische Regionalregierung nur über eingeschränkte Möglichkeiten neue Reserven zu finden und gemäß den internationalen Standards auszuweisen.

Das könnte dazu führen, dass nachdem die Amerikaner die Macht im Irak wieder an die irakische Bevölkerung übergeben haben, der kurdische Teil des Irak bedeutend größer Reserven wird ausweisen können als momentan allgemein angenommen wird.

Ölförderung ein politisches Problem

Das Problem der irakischen Ölreserven ist damit ein politisches, denn der Irak zerfällt und die Bereitschaft der Kurden mit der irakischen Zentralregierung in Bagdad zusammenzuarbeiten war nie besonders stark ausgeprägt.

Im Gegenteil: In den kurdisch bewohnten Gebieten hat sich eine eigenständige Enklave gebildet. Die 7,5 Millionen irakischen Kurden deklarierten ein eigenes Territorium und führten mit Duldung der Amerikaner ein Visa System ein. Zur Einreise in die Kurdengebiete benötigen nicht nur Ausländer sondern auch Iraker aus anderen Teilen des Landes nun eine Einreisegenehmigung.

In die gleiche Richtung zielen die Bemühungen der Regionalregierung eigene diplomatische Kanäle zu führenden Ländern wie Russland, Großbritannien, Frankreich, Italien den USA und auch Deutschland aufzubauen.

Kurdenstaat als Lösung für Problem der irakischen Ölproduktion?

Das langfristige Ziel all dieser Maßnahmen liegt auf der Hand: die Gründung eines eigenen, international anerkannten Kurdenstaates.

Im Grunde ist der Kampf um das Öl im Nordirak längst eröffnet. Wie er geführt wird und wie sich die einzelnen Akteure in der Vergangenheit positioniert haben, darüber werde ich Ihnen morgen berichten.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Metalle, Rohstoffe

Fluss- und Schwerspat: Zwei nationale Rohstoffe mit Potential

Fluss- und Schwerspat - zwei deutsche Rohstoffe mit Potential.


Im Schwarzwald, im Harz und auch im Erzgebirge wird in Deutschland auch heute noch unter industriellen Bedingungen Fluss- und Schwerspat abgebaut.

Bei diesen beiden Rohstoffen handelt es sich um zwei Salze, die in der Industrie eine vielfältige Verwendung finden. Flussspat, auch „Fluorit“ genannt, ist der gebräuchliche Name für Calciumflourit (CaF2).

In reiner Form ist es selten anzutreffen. Das Salz ist in reiner Form farblos und hat einen glasigen Glanz. Oftmals erscheint es bedingt durch verschiedene Verunreinigungen jedoch auch blau, purpur, grün, gelb oder auch rosafarben.

Fluor ist eine sehr reaktionsfreudige Substanz, denn es ist das elektronegativste Element des Periodensystems. Es ist ein geeigneter Katalysator, der beim sogenannten eutektischen Schmelzen gerne eingesetzt wird um die Schmelztemperatur herabzusetzen und damit die gewünschte chemische Reaktion zu beschleunigen.

Flussspat ist ein wichtiger Grund- und Ausgangsstoff für die Fluor-Chemie. Deshalb wird ein großer Teil des geförderten Flussspats zur Herstellung von Flusssäure verwendet.

Flusssäure wiederum ist als Zwischenprodukt ein unverzichtbarer Ausgangsstoff für die Herstellung von Agrochemikalien, Teflon, Treib- und Kältemitteln, Kristallglas, Glühbirnen, Zahnpasta, Speisesalz und Elektronikartikeln. Auch in der Aluminiumverhüttung und der Arzneimittelherstellung kommt Flusssäure zum Einsatz.

Flussspat selbst findet in der Herstellung von Schweißelektroden und Schweißpulver Verwendung und wird auch bei der Metallveredlung, der Zement- und Emailleherstellung sowie in der Glas- und Keramikindustrie eingesetzt.

Wir haben es hier also mit einem Rohstoff zu tun, der nicht unbedingt sehr spektakulär daherkommt, aber dennoch in vielen Anwendungen und Industriebereichen zum Einsatz kommt.

Automobilindustrie benötigt Schwerspat

Ähnliches lässt sich auch vom Schwerspat behaupten. Dieses auch unter dem Namen „Baryt“ bekannte Salz wird chemisch korrekt am besten als Bariumsulfat (BaSO4) bezeichnet.

In reiner Form und im gemahlenen Zustand ist Schwerspat leuchtend weiß. Das Salz ist chemisch in Wasser nur schwer löslich und außerdem sehr temperaturbeständig.

Damit ist Schwerspat sehr witterungsstabil, was zusammen mit dem hohen spezifischen Gewicht (Bariumsulfat ist 4,5 Mal so schwer wie Wasser) und der geringen Härte eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten eröffnet.

Schwerspat ist heute ein unverzichtbarer Grundstoff für die moderne Industrie, insbesondere für die in Deutschland so starke Automobilindustrie. Nicht die Automobilhersteller selbst, wohl aber ihre Zulieferer setzen Schwerspat ein, wenn es darum geht Folien, Filze oder andere Gewebe mit schalldämmenden Eigenschaften herzustellen.

Auch in Bremsbelägen ist Schwerspat enthalten.
Ein ganz besonders wichtiger Aspekt, der weit über die Automobilindustrie hinausgeht, ist die Herstellung von Lacken und Dispersionsfarben.

Egal ob Grundierung oder Korrosionsschutzlack es sind vor allem die Witterungsbeständigkeit und Temperaturunempfindlichkeit, die den Schwerspat zu einem wichtigen Ausgangsstoff für die Farbherstellung machen.
Verwendet wird Schwerspat auch in der Gummi-Industrie sowie bei der Produktion von hochwertigen Fußbodenbelägen.

Kitte und Spachtelmassen enthalten Schwerspat ebenso wie verschieden Kunst- und Klebstoffe und auch die Bohrindustrie greift auf diesen wichtigen Grundstoff zurück.

Dank seiner strahlenabsorbierenden Wirkung wird Schwerspat immer dann als Zusatzstoff dem Beton beigemischt, wenn es darum geht Röntgen- und Werkstoffprüfungsräume abzudichten. Ein weiteres Anwendungsgebiet ergibt sich aus dem hohen spezifischen Gewicht.

Es führt dazu, dass in der Ballastrierungstechnik Bariumsulfat in Gewichten für Kranfahrzeuge oder in den  Gegengewichten für Aufzüge eingesetzt wird.

Direkt investieren kann man als Anleger in dieser beiden Rohstoffe zwar nicht, dennoch zeigt unser kleiner Überblick wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sind.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Rohstoffmärkte Themen & Trends, Rohstoffe

Technik bestimmt den modernen Bergbau

Dass die Technik auch im Bergbau einen immer höheren Stellenwert einnimmt, ja einnehmen muss, wird schnell deutlich, wenn man einen Blick auf die weltweiten Zahlen wirft. Weltweit werden knapp 16 Milliarden Tonnen Rohstoffe...


Dass die Technik auch im Bergbau einen immer höheren Stellenwert einnimmt, ja einnehmen muss, wird schnell deutlich, wenn man einen Blick auf die weltweiten Zahlen wirft. Weltweit werden knapp 16 Milliarden Tonnen Rohstoffe gefördert. In dieser Rechnung sind Baurohstoffe wie Sand und Kies noch nicht einmal enthalten. Der Löwenanteil der Rohstoffförderung entfällt auf die Kohle, das Erdöl und das Erdgas, also die Energierohstoffe. An zweiter Stelle folgen bereits das Eisenerz und die Basismetalle Nickel und Kobalt, die für die Stahlerzeugung benötigt werden. Geographisch ist etwa die Hälfte der Minen und Bergwerke in Asien angesiedelt.
Da die Menge der zu fördernden Rohstoff nur mit Mühe mit dem wachsenden Bedarf gerade aus den Schwellenländern mithalten kann und gleichzeitig die Kosten niedrig gehalten werden sollen, steigt der Druck auf die Unternehmen moderne Technik einzusetzen.
Einsatzbedingungen entscheiden über die verwendete Technik
Welche Maschinen und welche Fördertechnik eingesetzt wird hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht nur der Rohstoff der abgebaut werden soll bestimmt die Fördertechnik. Bestimmend sind auch die geologische Ausgangslage und die Frage, ob über oder unter Tage gefördert wird. So weit möglich werden die Arbeitsschritte automatisiert oder zumindest teilautomatisiert.
Unterscheiden wird zwischen Maschinen und Techniken, die zur Gewinnung der Rohstoffe eingesetzt werden und solchen, die allein dem Abtransport der Erze bzw. Rohstoffe dienen. Bei harten Gesteinen wird unter Tage vor allem gebohrt und gesprengt. Weichere Gesteine oder Rohstoffe wie Kohle können hingegen gehobelt oder geschnitten werden. Anschließend bringen Radlader oder Förderbänder die Ausbeute zur sogenannten Kippstelle an der der Rohstoff mechanisch zerkleinert wird um anschließend ans Tageslicht gefördert zu werden.
Immer öfter übernimmt auch unter Tage Kollege Computer Aufgaben, die früher von den Bergleuten durchgeführt werden mussten. Im Bohrwagen steuert ein Computer mehrere Prozesse gleichzeitig und auch die Förderanlagen sind inzwischen soweit automatisiert, dass der Abtransport kaum noch das Eingreifen von Menschen erfordert. Der Trend geht ganz klar zu einem immer höheren Automatisierungsgrad, denn dieser spart Personalkosten und erhöht zugleich die Sicherheit für die Männer vor Ort.
Technische Evolution und Umweltschutz
Die nächste technische Evolution wird sich vermutlich im Bereich der sogenannten Fahrlader vollziehen. Fahrlader sind jene Geräte, die die Rohstoffe von der Förder- zu Kippstelle bewegen. Sie nehmen unterschiedliche Wege quer durch das Bergwerk. Eine Steuerung durch den Computer ist deshalb nicht immer und überall möglich. Dennoch gibt es gerade hier Ansätze zu einer weiteren Automatisierung.
Im Gegensatz zum Abbau unter Tage sind automatische Steuertechniken im Tagebau schon sehr weit verbreitet. Im deutschen Braunkohlebergbau kommt beispielsweise Satellitentechnik zur Steuerung der Bagger zum Einsatz. Unter Tage ist die Navigation per Satellit nicht möglich. Zudem reicht die Abbautiefe immer weiter in die Erde hinein, sodass heute selbst noch in 5.000 Metern Tiefe nach Rohstoffen gegraben wird.
Technik schafft mehr Sicherheit und neue Probleme
Um den Bergleuten die dort herrschenden hohen Temperaturen zu ersparen wird immer mehr moderne Technik eingesetzt. Gesteuert werden diese Maschinen von einer höheren und damit weiter vom Geschehen entfernten Warte. Eine schnelle Weiterleitung der Informationen ist deshalb unerlässlich. Das kann unter Tage nur drahtlos geschehen, rechnet sich aber nicht für jede Mine.
Der verstärkte Maschineneinsatz steigert die Produktivität und erhöht die Sicherheit, sodass die Arbeit für die Bergleute unter Tage immer sicherer wird Unglücke wie jene unlängst in Chile und Neuseeland in Zukunft hoffentlich seltener werden sollten.
Bei ihren Arbeiten zur Verbesserung der im Bergbau eingesetzten Maschinen konzentrieren sich die Ingenieure derzeit besonders auf zwei Aspekte, die Senkung des Lärmpegels und die Verbesserung des Umweltschutzes. Wer schon einmal unter Tage neben einem laufenden Jumbo-Bohrgerät gestanden hat, der weiß warum Lärm ein Problem ist.
Das Umweltproblem ergibt sich aus den großen Mengen an Hydrauliköl, die die im Bergbau eingesetzten Maschinen verschlingen. Reißt beispielsweise der Schlauch eines Bohrwagens, so versinken anschließend leicht bis zu 200 Liter Öl im Boden. Biologisch abbaubares Öl würde die Umweltproblematik zwar entschärfen, bringt aber für die Betreiber den Nachteil mit sich, dass es die Nutzungsdauer der Maschinen reduziert. Die Arbeiten konzentrieren sich deshalb darauf neue Maschinen zu entwickeln, die das Öko-Öl besser vertragen.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Edelmetalle, Gold

Wenn der Preis für Silber stark sinkt, wird die Silbermenge schnell knapp

Preis für Silber sinkt, die Silbermenge - atypisch für unser Alltagswissen und doch Realität an der Investitionsfront. Erfahren Sie mehr.


Ein Wertpapier oder ein Anlagegut billig einzukaufen und teuer wieder zu verkaufen, das ist der Anspruch eines jeden Investors an sich selbst.

Edelmetallinvestoren, auch jene, die primär in die physischen Edelmetalle investieren, bilden da keine Ausnahme. Obwohl der Anspruch ebenso allgemein wie zeitlos gültig ist, gelingt es doch nur wenigen Investoren ihren eigenen Vorsatz im Rahmen ihrer Anlagestrategie erfolgreich umzusetzen.

Auch an dieser Stelle können viele Edelmetallinvestoren nicht für sich in Anspruch nehmen zu den Ausnahmen zu zählen.

Dass der Anspruch in vielen Fällen nur ein unerfüllter Traum bleibt, ist oft psychologisch bedingt. Nur eine Minderheit der Anleger agiert antizyklisch und kauft dann, wenn die Preise am Boden sind.

Im Nachhinein stellen sich diese Momente zwar sehr oft als die besten Kaufgelegenheiten heraus, dennoch handeln viele Investoren in jenen aussichtsreichen Momenten nicht, weil sie den Mut nicht aufbringen sich gegen die Masse und die vorherrschende öffentliche Meinung zu stellen.

Die falsche Sicherheit eines Massentrends

Das ist auch schwer, denn in der Regel sind die Kurse nicht grundlos gefallen und die Einwände, die in den Medien oder von Analysten gegen ein Investment vorgebracht werden, haben ihre Berechtigung. Einfacher ist die Angst beim Kauf zu überwinden, wenn die Stimmung gut und die Allgemeinheit zu einem Investment generell positiv eingestellt ist. Deshalb fühlen sich die meisten Investoren in der Masse besser aufgehoben.

Was dann passiert kennen wir von Ruderbooten. Wenn sich alle auf einer Seite tummeln, leidet schnell die Stabilität und das Boot kentert. Am Kapitalmarkt ist das Kentern nahe, wenn alle bereits investiert sind und sich die Frage stellt, wer jetzt noch durch weitere mutige Zukäufe jene Kursgewinne herbeizaubern soll von denen alle träumen.

Man braucht kein großer Prophet zu sein um vorherzusagen, dass die Investoren umso schneller Schiffbruch erleiden, je einseitiger sie sich im Vorfeld positioniert haben.

Sondersituation Edelmetallkauf

Zu dieser psychologischen Schwierigkeit den richtigen Kaufzeitpunkt zu erwischen tritt beim Kauf physischer Edelmetalle noch ein weiteres Moment hinzu: Die Knappheit des Marktes, will heißen: Die Investoren wollen zwar Gold und Silber kaufen, doch es ist gar keines da. Der Preis also für Silber sinkt, die zur Verfügung stehende Silbermenge ebenso.

Was sich zunächst wie ein Widerspruch anhört wird verständlich, wenn wir die Zusammenhänge, die am Gold- und Silbermarkt Angebot und Nachfrage regeln, berücksichtigen.

Unserer normalen wirtschaftlichen Erfahrung folgend sollten wir davon ausgehen, dass ein Gut, dessen Preis sinkt, alles andere als knapp und damit gut verfügbar ist. Dieser Zusammenhang wird bei den Edelmetallen oftmals außer Kraft gesetzt.

Investoren, die physisch Gold und Silber kaufen möchten, haben in der Vergangenheit sehr oft die verblüffende Erfahrung gemacht, dass es gerade dann, wenn die Preise für Gold und Silber sinkt, beide Edelmetalle nicht oder nur eingeschränkt zu kaufen gibt.

Silber sinkt: Silbervorrat im Preistal zuerst ausverkauft

Händler berichten zudem davon, dass in diesen Situationen das Silber immer zuerst ausverkauft ist. Das hängt einerseits damit zusammen, dass der Silbermarkt deutlich kleiner ist als der Goldmarkt. Trifft während einer Preiskorrektur eine erhöhte Nachfrage von Schnäppchenjägern auf diesen relativ kleinen Markt, dann sind die zur Verfügung stehenden Bestände besonders schnell ausverkauft.

Bei geringen Preisen ist die Bereitschaft der Gold- und Silberhalter das Edelmetall zu verkaufen vergleichsweise gering. Es kommt also deutlich weniger Altgold und Altsilber in den Handel zurück. Wer sich beispielsweise von alten Schmuckstücken trennen möchte, der hat in der Regel keinen starken Verkaufsdruck, sondern versucht einen möglichst hohen Preis beim Verkauf zu erzielen.

In Korrekturphase geht deshalb die Menge des vom Edelmetallhandel zurückgekauften Altgold und Altsilber deutlich zurück. Da das Umschmelzen nur wenige Tage in Anspruch nimmt fehlt dem Markt dieser Teil des Angebots sehr schnell.

Hinzu kommt, dass Silber im großen Stil auch von der Industrie nachgefragt wird. Nicht nur die Anleger auch die Einkäufer aus der Industrie freuen sich über die gesunkenen Preise und füllen ihre Lager auf.

In der Vergangenheit führten diese gemeinsamen Kaufinteressen dazu, dass auf dem Höhepunkt der Preiskorrektur, also genau zu dem Zeitpunkt an dem der Silberpreis am günstigsten war, die Lager nahezu leer waren, sodass so mancher Schnäppchenjäger am Ende leer ausging.

Für die Zukunft sind ähnliche Entwicklungen immer wieder zu erwarten. Deshalb stellt sich die Frage, wie man als Anleger auf sie reagiert. Der Kauf zum Preishoch kann gewiss nicht die Alternative sein. Schon eher macht es Sinn den gewünschten Edelmetallbestand kontinuierlich aufzubauen.

Man kauft dann als Investor zwar garantiert nicht am Preistief, sondern eher zu einem durchschnittlichen Preis, läuft aber auch nicht Gefahr seine Kaufabsicht nicht umsetzen zu können, weil bei den Händlern die Lager leer sind.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Metalle, Rohstoffe

Tantalpreis: Bann für chinesische Tantalbarren treibt den Preis

Chinesische Tantalbarren sind ethisch bedenklich: Eine schockierende Nachricht, auch für den markt. Der Tantalpreis steigt in die Höhe.


Geradezu schockierend wirkte vor kurzem die Nachricht, dass chinesische Tantalbarren nicht mehr als ethisch unbedenklich anerkannt werden, weil die Verbindungen Chinas zu zwielichtigen Anbietern im Kongo zu offensichtlich seien. Auswirkungen auf den Tantelpreis selbst waren die Folge.

Die ganze Industrie wirkt momentan wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen und bemüht sich hektisch darum bis April 2011 Strukturen aufzubauen, die sicherstellen, dass nur noch ethisch einwandfreies Tantal verwendet wird, darunter auch jenes aus dem Kongo, das aus Quellen stammt, die ethisch nicht zu beanstanden sind.

Mitleid mit der nun von operativer Hektik ergriffenen Industrie brauchen Sie keines zu haben. Hätte man sich dem Problem schon vor Jahren ernsthaft angenommen, wären die Standards, die man jetzt mit Hochdruck implementieren muss, heute längst Wirklichkeit.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass der Markt im Zweifelsfall gar nichts von alleine richtet, sondern stets den Weg des geringsten Widerstands oder wie hier den Weg des größten Profits gehen wird. Ethik fängt halt da an, wo es weh tut, alles andere sind schöne Reden für die Galerie.

Da nicht zu erwarten ist, dass der Bann für Konflikttantal aus dem Kongo kurzfristig aufgehoben werden wird, gewinnen die Alternativen zum Kongo immer mehr an Bedeutung.

Es sind derzeit vor allem kanadische und australische Unternehmen, welche die Hoffnung nähren, dass neue Minen außerhalb des Kongos relativ bald in Produktion gebracht werden können.

Australische und kanadische Unternehmen werden profitieren: Der Tantalpreis im Höhenflug

Die kanadische Commerce Resources Corp. plant ihre Blue River Lagerstätte in British Columbia bis Ende 2012 in Produktion zu bringen. Hier sollen ab 2013 bis zu 1 Mio. Pfund Tantaloxid produziert werden. Gespannt schaut die Industrie auf die Wodgina Mine in Nordwestaustralien.

Sie war bis zu ihrer Schließung Ende 2008 die größte Tantalmine der Welt. Geschlossen wurde sie, weil sich das Management außerstande sah Preiserhöhungen durchzusetzen.

Freie Märkte sind schon etwas feines, vor allem dann, wenn man teures Tantal aus Australien gegen billigeres Konflikttantal aus dem Kongo tauschen kann.

In Australien arbeitet man derzeit bei Global Advanced Metals, früher besser bekannt als Talison Tantalum, die Pläne für eine Wiedereröffnung der Wodgina Mine aus, hat aber noch keine abschließende Entscheidung darüber getroffen, ob die Mine wirklich wieder in Produktion gehen wird.

Wie Global Advanced Metals Vorstandsvorsitzender,  Bryan Ellis, mitteilte hängt die Beantwortung dieser Frage nicht allein vom Tantalpreis, sondern auch von den Wechselkursen ab.

Die Stärke des australischen Dollars macht sich hier unangenehm bemerkbar.
Derweil leeren sich die bestehenden Tantal Lager dramatisch. Analysten gehen davon aus, dass sie in gut zwei Jahren leer sein werden.

Das wird geschehen, wenn die internationale Nachfrage wieder von rund 4 Mio. Pfund in 2008 und 2009 auf das Niveau vor der Krise ansteigen wird. Das ist gut möglich und nicht nur Fachleute wie Bryan Ellis rechnen damit, dass schon bald der Verbrauch wieder jene 6 Mio. Pfund erreichen wird, die im Jahr 2007 von der Industrie nachgefragt wurden.
 
Bill Hattan, ein unabhängiger US Metallbroker erwartet, das das Wodgina Management einen Tantalpreis von 120 US Dollar je Pfund benötigen wird um wirtschaftlich erfolgreich produzieren zu können. Zurzeit reagiert der Markt stärker auf die Einbrüche auf der Angebotsseite als eine verstärkte Nachfrage.

Zieht diese jedoch wieder an, ist auch Bill Hattan sich sicher, wird der Tantalpreis geradezu explodieren. Gegen das, was dann passieren wird, sind die jüngsten Kursanstiege vermutlich nur ein kleiner Vorgeschmack.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Edelmetalle, Gold

In Sachsen wird wieder nach Silber gesucht

In Deutschland hat der Bergbau nicht nur an Saar und Ruhr Tradition. Wichtige Bergbaugebiete, die inzwischen aufgegeben wurden, lagen auch im Harz und in Sachsen. Von der einstigen Bedeutung dieser Regionen für den Bergbau zeugen...


In Deutschland hat der Bergbau nicht nur an Saar und Ruhr Tradition. Wichtige Bergbaugebiete, die inzwischen aufgegeben wurden, lagen auch im Harz und in Sachsen. Von der einstigen Bedeutung dieser Regionen für den Bergbau zeugen die erhaltenen Industriedenkmäler wie beispielsweise das Fördergerüst des Ottiliae-Schachts in Clausthal-Zellerfeld. Bei diesem Förderturm aus dem Jahr 1876 handelt es sich um das älteste stählerne Fördergerüst in Deutschland.
An die alte Bergbautradition erinnern auch die in die Technische Universität aufgegangene Bergakademie in Clausthal-Zellerfeld sowie die gleichnamige Institution im sächsischen Freiberg. Die Freiberger Bergakademie kann für sich in Anspruch nehmen die älteste noch bestehende montanwissenschaftliche Bildungseinrichtung der Welt zu sein. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1765 zurück und ist als eine Folge des verlorenen Siebenjährigen Krieges zu werten. Um seine Reparationsleistungen bezahlen zu können, musste Sachsen den Bergbau als Einnahmequelle forcieren.
Große wissenschaftliche Erfolge waren vor allem im 19. Jahrhundert zu verzeichnen. Zwei chemische Elemente wurden an der Freiberger Bergakademie entdeckt: Zunächst gelang 1863 Ferdinand Reich und Theodor Richter die Darstellung von Indium und 1886 entdeckte Clemens Winkler ein neues Element das heute unter dem Namen Germanium bekannt ist.
Niedergang im frühen 20. Jahrhundert
Nach seiner Blüte im 19. Jahrhundert kam der Silberbergbau im Harz und im Erzgebirge jedoch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Erliegen. In Clausthal-Zellerfeld wird seit 1930 kein Silber mehr gefördert, in Sachsen wurde die Silberförderung bereits im Jahr 1913 offiziell eingestellt.
Über Jahrzehnte hinweg war der Silberbergbau in Sachsen somit kein Thema mehr, er könnte aber in Zukunft wieder eines werden, denn wie kürzlich das sächsische Wirtschaftsministerium in Dresden bekannt gab, hat das Sächsische Oberbergamt der in Espenhain ansässigen Sachsenerz Bergwerks GmbH drei sogenannte Bergbauberechtigungen zur Erkundung von Silbererzvorkommen erteilt.
Die neuen Explorationslizenzen betreffen alle Orte im Erzgebirge, an denen der Silberbergbau im 12. Jahrhundert seinen Anfang nahm. Zur Erkundung freigegeben wurden Felder in einer Größe von 5 bis 21 Quadratkilometer. Sie liegen im Gebiet der Städte Aue und Schwarzenberg, Wolkenstein und Großrückerswalde sowie Brand-Erbisdorf und Freiberg.
Renaissance im 21. Jahrhundert?
Sachsens Politiker stehen dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber und verbreiten Optimismus. Es locken neue Arbeitsplätze, ein höheres Wirtschaftswachstum und natürlich am Ende auch zusätzliche Steuereinnahmen für den Staat. Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) glaubt die Zeit sei reif für ein neues „Berggeschrey“. Mit diesem Begriff umschrieb man einst den Beginn des Silberbergbaus.
Die Sachsenerz Bergwerks GmbH ist eine extrem junge Gesellschaft. Sie wurde im September 2010 aus der Geiger Holding GmbH ausgegründet. Vorrangiger Zweck des Unternehmens ist die Erschließung von Silbervorkommen im Erzgebirge. Darüber hinaus soll sie die Versorgung der Tochterunternehmen Geiger Edelmetalle GmbH und Geiger Edelmetalle AG mit den benötigten Rohstoffen sicherstellen.
Sie ist allerdings nicht als einzige Gesellschaft im Erzgebirge auf der Suche nach Silber. Fünf weitere Unternehmen haben bereits Explorationslizenzen beantragt. Ihnen geht es nicht nur um Silber, sondern auch um die Metalle Kupfer, Zinn, Wolfram, Nickel und Molybdän. Neben den Metallen sind auch Salze von Interesse. Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspatcompagnie GmbH, ein weiteres Unternehmen aus dem Rohstoffsektor, errichtete im Oktober im Erzgebirge bereits ein Bergwerk zur Gewinnung von Fluss- und Schwerspat.
Mit dem heutigen Handelstag endet das Börsenjahr, das für Sie hoffentlich ein sehr gutes war. Ich möchte mich bei Ihnen an dieser Stelle für Ihre Aufmerksamkeit bedanken und Ihnen einen heiteren und beschwingten Jahreswechsel wünschen. Sie hören Anfang des neuen Jahres wieder von mir, denn auch 2011 verspricht ein ausgesprochen interessantes Rohstoffjahr zu werden.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Metalle, Rohstoffe

Der Kampf um Mosambiks Kohle wird zunehmend heißer

Über eine unzureichende Geheimhaltung klagen in diesen Tagen nicht nur amerikanische Diplomaten. Auch im Rohstoffsektor kam es in diesem Monat zu Indiskretionen, die den Beteiligten gar nicht recht sein können. So wurde bekannt,...


Über eine unzureichende Geheimhaltung klagen in diesen Tagen nicht nur amerikanische Diplomaten. Auch im Rohstoffsektor kam es in diesem Monat zu Indiskretionen, die den Beteiligten gar nicht recht sein können. So wurde bekannt, dass die in Australien an der Börse notierte Riversdale Mining in informelle Gespräche mit Rio Tinto eingetreten ist. Beachtung fand diese Nachricht, weil zuvor bereits in zwei australischen Artikeln darüber spekuliert worden war, das Rio Tinto ein Interesse an Riversdale haben könnte, weil Riversdale in Nordost Mosambik über große Vorkommen an Kokskohle verfügt.
Die Nachrichten beflügelten umgehend den Aktienkurs von Riversdale, denn da Rio Tinto in Afrika relativ unterrepräsentiert ist, würde eine Übernahme von Riversdale für Rio Tinto durchaus sinnvoll sein. Nach den schwachen Ergebnissen der Krisenjahre 2008 und 2009 hat Rio Tinto nun auch wieder genügend Geld in der Kasse um eine Übernahme stemmen zu können.
Kokskohle ist zusammen mit Eisenerz der wichtigste Rohstoff für die Stahlherstellung. Eisenerz ist für die Bergbaukonzerne derzeit besonders interessant, weil hier die Margen besonders gut sind. Führender Konzern beim Abbau von Eisenerz ist die brasilianische Vale. In Mosambik entwickelt Vale im Nordosten des Landes eine große Aktivität. Eine Option zum Erwerb eines 51%igen Anteils an  Sociedade de Desenvolvimento do Corredor do Norte SA (SDCN), von der mosambikanischen Insitec wurde erst kürzlich ausgeübt.
Vale investiert kräftig in die Infrastruktur
Sehr stark investiert Vale derzeit in den Ausbau der Infrastruktur im Norden Mosambiks. Diese Arbeiten stehen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Moatize Kohleprojekts (Moatize II), das über eine bestätigte Reserve von 1.087 Mrd. Tonnen Kohle verfügt. Moatize I verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 11 Mio. Tonnen Kohle. Besonders gewinnbringend für Vale ist das Faktum, dass rund 80% der Kohle, die hier ab der 1. Hälfte des Jahres 2011 gefördert werden soll, die margenstarke Kokskohle darstellt. Den zu stemmenden Kapitalaufwand beziffert Vale mit 1,7 Mrd. US Dollar. In einer ersten Phase soll die in Moatize geförderte Kohle mit der Linha – Sena Eisenbahnlinie zum Hafen in Beira transportiert werden.
Vale betrachtet den Ausbau der Infrastruktur in Mosambik auch als eine ideale Möglichkeit zur besseren Erschließung seiner Aktivitäten in Sambia. Vom Kongo, auf dessen Territorium sich der sambische Kupfergürtel nördlich der Grenze in der Provinz Katanga fortsetzt, hat sich Vale bisher bewusst fern gehalten und damit vermieden negative Erfahrungen zu machen, wie sie in diesem Jahr der kanadische Kupferproduzent First Quantum machen musste. First Quantum wurden von der Regierung die Lizenzen entzogen und das Unternehmen wird nun Anwälte und Gerichte bemühen müssen, um seine Ansprüche zu wahren.
China als Absatzmarkt im Blick
Anders als First Quantum verblieb Vale immer im sambischen Teil des Kupfergürtels der auch das Konkola Nord Projekt einschließt, das Vale nun gemeinsam mit seinem Partner African Rainbow erschließt. Von diesem Projekt ergibt sich eine Verbindung nach Mosambik, denn Vale möchte die Kupfererze nicht nur nach Westen Richtung Atlantikküste abtransportieren, sondern strebt auch eine Verschiffung über mosambikanische Häfen am Indischen Ocean an.
Riversdale ist zusammen mit seinen Partnern Tata Steel und Wuhan Iron & Steel quasi direkter Nachbar zu Vales Moatize Projekt. In der Gegend aktiv sind auch Nippon Steel, Jindal und ETAStar. Dass nun auch Rio Tinto in den Norden Mosambiks drängt, deutet somit darauf hin, dass die großen Bergbaukonzerne die Region insgesamt als äußerst interessant erachten und zugleich mit ihren massiven Investitionen in die Infrastruktur gewillt sind, sich den Weg zum großen chinesischen Absatzmarkt zu sichern.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Metalle, Rohstoffe

Seltene Erden: China erhöht Ausfuhrzölle

China hat angekündigt die Ausfuhrzölle für die sogenannten Seltenen Erden zum Jahreswechsel zu erhöhen.


Die Nachricht kommt nicht ganz unerwartet und dennoch ist sie geeignet für zusätzliche Unruhe in der Industrie zu sorgen. China hat angekündigt die Ausfuhrzölle für die sogenannten Seltenen Erden zum Jahreswechsel zu erhöhen.

Einzelheiten benannte das Finanzministerium in Beijing zunächst nicht. Klar ist nur, dass die Zölle zum 1. Januar 2011 steigen werden.

Die Nachricht trifft auf eine Industrie, die schon vor Wochen in Alarmstimmung versetzt wurde. Für viele moderne Hightechanwendungen sind die Seltenen Erden unverzichtbar.

Das gilt für unser elektronisches Alltagsspielzeug wie Handys und Laptops ebenso wie für Windräder zur Energieerzeugung.

Ohne den Einsatz von Seltenen Erden funktionieren sie nicht und dass unsere Welt ohne den Einsatz dieser modernen Spielzeuge noch funktionieren soll, mag sich auch kaum jemand mehr vorstellen.

Wir haben uns an ihren Einsatz so sehr gewöhnt, dass uns in der Rückschau die handy- und laptoplosen 80er Jahre des letzten Jahrhunderts fast wie das informationstechnische Mittelalter erscheinen.

Westliche Industrie hat keine Alternativen zur Hand

Ein Zurück kann und will sich niemand vorstellen und genau deshalb ist jetzt die Aufregung so groß, weil es auf die Schnelle keine Alternativen gibt.

Der Westen hat seine eigene Förderung von Seltenen Erden über Jahre hinweg vernachlässigt, weil es billiger war die Metalle aus China zu importieren. Jetzt rächt sich die einseitige Fokussierung auf einen einzigen Lieferanten.

Da China über 90% des weltweiten Angebots kontrolliert, wird es nun durch die erhöhten Zölle deutlich teuer Seltene Erden außerhalb Chinas zu verarbeiten.

Die Botschaft ist nicht, dass es gänzlich unmöglich wird Seltene Erden außerhalb Chinas zu verarbeiten, sondern nur, dass es teurer wird. Dieser feine Unterschied ist wichtig, denn er gestattet Rückschlüsse auf die tieferliegenden Absichten der Regierung in Beijing. 

Ginge es den Chinesen darum ausländische Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, dann wären Ausfuhrstopps und nicht erhöhte Ausfuhrzölle die erste Wahl. Dieser Weg wurde im Herbst im Streit um zwei von beiden Ländern beanspruchte Inseln gegenüber Japan gewählt.

Damals wurde der Lieferstopp mit Umweltschutzargumenten begründet.

Stärkung des Produktionsstandorts China

Die Botschaft, die jetzt an die Industrie gesandt wird ist zweifacher Natur: In China gibt es immer noch Selten Erden in ausreichender Menge und zweitens sind die begehrten Metalle dort dank der erhöhten Ausfuhrzölle auch noch preiswerter zu erhalten. Wir haben es hier also wenn Sie so wollen mit einer „verschlüsselten Werbebotschaft“ zu tun.

Das primäre Ziel der Kampagne ist vermutlich, den Produktionsstandort China zu stärken. Das sichert Arbeitsplätze und Einkommen und trägt damit dazu bei den sozialen Frieden im Land zu sichern.

Dass dieses Motiv keineswegs abwegig ist, zeigt ein Blick auf die anderen Änderungen bei den Ein- und Ausfuhrzöllen, die zum Jahreswechsel beschlossen wurden.

Während energieintensive Rohstoffe wie Kohle, Öl oder Dünger mit höheren Abgaben belegt werden, hält die Regierung an den niedrigen Importzöllen, die auf 600 wichtige Baustoffe und -teile erhoben werden, weiterhin fest.

Damit wird die Generalrichtung der beschlossenen Maßnahmen schnell deutlich: Rohstoffe, die der chinesischen Produktion dienen, sollen im Land gehalten oder preiswert ins Land gelassen werden.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Rohstoffländer im Fokus, Rohstoffe

Gold aus der Mongolei: Minen als ein zu großes Riskio? Die Gefahren für Goldinvestoren

Gold aus der Mongolei: Minen = Risiko

Mongolei: Minen zu betreiben ist allgemein schwierig, in Längern aber mit politischer Unstetigkeit ein echtes Risikio...


Ecuador, Kongo, Australien und die Mongolei: Minen als ein echtes Vabanquespiel

Andere Länder, andere Sitten! Nicht umsonst ist das politische Risiko im Bergbau eines der wichtigsten und zugleich eines jener Risiken, die besonders schwer einzuschätzen sind, denn vieles kann sich quasi über Nacht ändern.

Eine kleine Revolution hier, eine neue Regierung da und schon wird aus einem aussichtsreichen Projekt ein Millionengrab. Nicht nur in exotischen Ländern wie Ecuador oder dem Kongo kämpfen die Minen mit diesem Problem.

Auch das Beispiel Australien in dem die Minenindustrie nur mit Mühe eine neue Sondersteuer entschärfen konnte, zeigt, wie schnell sich die Rahmenbedingungen für den Bergbau grundlegend ändern können.

Besonders extrem sind diese Veränderungen in jenen Ländern, deren politisches und rechtliches System noch nicht als gefestigt gelten kann. Zu diesen Ländern zählt auch die Mongolei, ein Staat, der zur Weiterentwicklung seiner Industrie in den kommenden Jahren verstärkt auf die Rohstoffe und den Bergbausektor setzen will.

Dieses Bemühen könnte nun aber einen empfindlichen Dämpfer bekommen, weil die jüngsten Entwicklungen viele ausländische Investoren nachhaltig verunsichern und damit von weiteren Investments in der Mongolei abhalten können. Gold aus der Mongolei: Minen als zu großes Risikio?

Im Hintergrund steht die Entscheidung der Regierung in Ulan Bator 245 Lizenzen für Goldminen zu widerrufen und weitere 1.700 Lizenzen einer Überprüfung zu unterziehen. Der mongolische Energie- und Bergbauminister Dashdorj Zorigt begründete den Schritt damit, dass in der Vergangenheit zu viele Außenstehende versucht hätten sich Minenprojekte zu sichern.

Das Ganze habe immer mehr den Charakter einer Lotterie und eines reinen Handels mit Projekten und Lizenzen angenommen. Die Regierung habe dem entgegenwirken müssen, weil die Mongolei die Entwicklung der Lagerstätten zu produzierenden Minen sehen will, nicht aber einen wilden Handel von Nichtspezialisten mit Lagerstätten und Konzessionen.

Regierung will stärkere Kontrolle des Minensektors

Die Maßnahme steht ist Teil einer umfassenderen Strategie. Sie zielt darauf, die boomende aber noch weitgehend unkontrollierte Industrie einer stärkeren staatlichen Kontrolle zu unterwerfen. Schon im April hatte der mongolische Präsident Tsakhia Elbegdorj verfügt, dass keine weiteren Minenlizenzen mehr vergeben werden bis ein neues strikteres Bergbaugesetz das Parlament passiert habe.

Nicht nur bei den von der Rücknahme der Lizenzen betroffenen Unternehmen ist jetzt die Aufregung groß. Allgemein zeigen sich die Investoren verunsichert. Experten betonen jedoch, dass diese scharfe Einschnitte sich langfristig vermutlich sehr positiv auswirken werden, sodass am Ende der ganze Sektor von ihnen profitieren werde.  

Zunächst sind kleine, technisch weniger qualifizierte Unternehmen das Ziel der staatlichen Eingriffe. Die Goldlizenzen, die in den vergangenen Wochen eingezogen wurden, werden damit begründet, dass gegen die neuen wasser- und forstrechtliche Vorschriften verstoßen worden sein soll.

Umweltaktivisten beschießen chinesische Goldmine

In der Mongolei hat sich in den vergangenen Monaten das Klima gegenüber dem Bergbau spürbar verschlechtert. Ursprünglich war daran gedacht die schwache Binnenwirtschaft durch Impulse aus dem Bergbausektor zu beleben. Aus diesem Grund öffnete sich das Land fremden Kapital.

Doch inzwischen schlägt das Pendel zurück: Im September beispielsweise eröffneten mit Jagdwaffen ausgestattet Umweltaktivisten das Feuer auf eine 100 Kilometer nördlich von Ulan Bator gelegene Goldmine, die als Joint Venture der chinesischen Puraam und der kanadischen Centerra Gold betrieben wird. Grund für den Beschuss war die Annahme der Aktivisten, die Mine setze sich über die lokalen Umweltbestimmungen hinweg.

Das neue Minengesetz macht die Ausgangslage nicht unbedingt einfacher, denn im Gesetz wurde nicht klar definiert, unter welchen Bedingungen ein Landstrich als Waldgebiet oder Wasserreservoir zu verstehen sei.

So eröffnen sich Interpretationsspielräume, die zwangsläufig zu unterschiedlichen Meinungen führen müssen, die man dann auch schon mal meint dem Kontrahenten mit Waffengewalt näher bringen zu müssen.

Der Fall Mongolei: Minen brauchen soliden rechtlichen Rahmen

Des Problems Lösung liegt darin, dass es nun darauf ankommen wird, ob es der Mongolei gelingt einen soliden Rahmen für das Management von Bergbauprojekten zu schaffen. Das erreicht man nicht, indem man den Gesellschaften einfach die Lizenz entzieht, weil solche Maßnahmen nur die sogenannten Ninja-Bergleute begünstigt.

Als Ninja-Bergmänner bezeichnet man in der Mongolei lokale Hirten, die sich in erzreichen Gebieten auf eigene Faust auf die Suche nach Mineralien und damit nach einem kleinen persönlichen Glück machen.

Auf der Suche nach einem eigenen Weg und in dem Bemühen, die Fehler anderer armer, aber rohstoffreicher Länder zu vermeiden, ist die Mongolei teilweise über das Ziel hinausgeschossen. Besonders beunruhigend für die in der Mongolei tätigen Unternehmen ist, eine Politik mit der die Regierung jedes Rohstoffprojekt zu einer nationalen Rohstoffreserve erklären und damit wieder an sich ziehen kann.

Es liegt auf der Hand, dass mit solchen Bestimmungen im Rücken die Maßnahmen der Regierung schnell in Willkür ausarten können oder aber von den Minen und Explorern als Willkür empfunden werden.

Der Endeffekt ist in jedem Fall der gleiche: Zu weiteren Investments in der Mongolei wird es vor einem derartigen Hintergrund so schnell nicht mehr kommen.

Wenn Sie nach guten Investments für Ihr Aktiendepot suchen, schauen Sie sich die Empfehlungen des Rohstoff-Depots an. Informationen dazu finden Sie hier.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Edelmetalle, Gold

Gold Vorwärtsverkäufe weiterhin stark rückläufig

Auch im dritten Quartal setzte sich eine Entwicklung fort, die nun schon seit einigen Jahren für den Goldsektor bestimmend ist: Die Anzahl der von den großen Goldproduzenten auf Termin verkauften Goldunzen ist weiterhin stark...


Auch im dritten Quartal setzte sich eine Entwicklung fort, die nun schon seit einigen Jahren für den Goldsektor bestimmend ist: Die Anzahl der von den großen Goldproduzenten auf Termin verkauften Goldunzen ist weiterhin stark rückläufig. Im Sommerquartal ging sie um weitere 2 Mio. zurück. Ein jungst von der VM Group und Haliburton Services vorgelegter Bericht bestätigt damit eine Entwicklung, die nicht wirklich überrascht.
Es sind vor allem die großen Produzenten, die ihre Vorwärtsverkäufe zurückfahren, Hedgebooks schließen und so endlich die Gewinnbremsen aus ihren Bilanzen entfernen. Im 3. Quartal war vor allem Anglogold Ashanti dafür verantwortlich, dass die Zahl der vorab verkauften Unzen so eindrucksvoll zurückging.
Für die Preise von Gold und Silber sind das gute Aussichten, denn ein Minenmanagement, das die eigene Produktion nicht durch Vorwärtsverkäufe absichert, ist davon überzeugt in Zukunft zumindest einen gleich hohen, wenn nicht sogar einen höheren Preis zu erzielen.
Kleinere und mittlere Minen hedgen ihre Produktion
Es sind derzeit vor allem die kleineren und mittleren Produzenten, die ihre Goldproduktion auch weiterhin in einem geringen Maß absichern. Doch diese Vorwärtsverkäufe erfolgen nur zum Teil freiwillig. Oft sind sie Teil einer Finanzierungsvereinbarung. Die Minen selbst sind zwar überzeugt in Zukunft höhere Preise realisieren zu können, doch die Bank, die den Minenaufbau finanziert hat, ist es nicht. Deshalb bestehen die Banken oftmals auf einem Vorwärtsverkauf der Produktion.
Zwar sehen auch sie dass Potential für weitere Anstiege beim Gold- und Silberpreis durchaus als gegeben an, doch weil ihnen das eigene Hemd viel näher ist als die positive Entwicklung der Mine, bestehen sie auf einer Absicherung. Damit ist ihr Kredit gesichert. Das alleine interessiert. Dass die Mine ohne diese Fessel am Ende besser dastehen könnte, interessiert nicht. Banken sind schließlich nicht dem Allgemeinwohl verpflichtet. Die Verpflichtung gilt wenn überhaupt nur anders herum: Wenn es der Bank schlecht geht oder ihr Gefahr droht, dann ist die Allgemeinheit verpflichtet mit Steuergeldern helfend einzugreifen.
Anglogold schließt Hedgebook vorzeitig
Der jetzt von der VM Group bestätigte Rückgang des weltweiten Hedgebooks um 2 Mio. Unzen ist der größte Rückgang seit drei Quartalen. Einen ähnlich starken Rückgang werden wir in Zukunft wohl nicht mehr erleben, weil Anglogold Ashanti das eigene Hedgebook nunmehr nicht nur vollständig geschlossen hat, sondern diesen Schritt auch früher vollzogen hat als zunächst geplant.
Zusammen mit dem Geld das für die Rückkäufe der verbleibenden 1,37 Mio. Unzen in der ersten Oktoberwoche ausgegeben wurde, hat Anglogold Ashanti 2,7 Mio. Unzen Gold zu einem Durchschnittspreis von 1.300 US Dollar zurückgekauft und dafür 2,63 Mrd. US Dollar aufgewendet.
Wie die VM Group mitteilte haben neben Anglogold Ashanti auch noch einige andere kleinere Goldproduzenten wie Aurizon Mines, Dragon Mining, Norton Gold Fields und PanAust ihre Vorwärtsverkäufe aufgelöst. Allerdings waren hier die zurückgekauften Unzen im Vergleich zu Anglogolds 1,85 Mio. Unzen mit 0,34 Mio. Unzen eher zu vernachlässigen.
Investmentnachfrage wird nun immer wichtiger
Dank all dieser Maßnahmen ist das globale Gold Hedgebook auf nur noch 5,5 Mio Unzen zurückgegangen. Wie stark der Rückgang im letzten Quartal ausgefallen ist, erkennt man daran, dass die Vorwärtsverkäufe vor einem Jahr noch um 6,5 Mio. Unzen über dem aktuellen Wert lagen.
Dass die großen Goldproduzenten ihre Hedgebooks inzwischen vollständig aufgelöst haben, hat natürlich Konsequenzen für die Goldnachfrage. Analysten gehen davon aus, dass in den letzten 10 Jahren die Rückkäufe der Minengiganten für eine jährliche Nachfrage von rund 105 Mio. Unzen Gold verantwortlich waren. Diese zusätzliche Nachfrage, die ungefähr dem 11,67 fachen der jährlichen Einlagerungen durch ETFs entspricht, wird nun wegfallen. Die ETFs allein haben in den Jahren seit 2003 durchschnittlich nur 9,55 Mio. Unzen Gold vom Markt genommen.
Der Goldmarkt wird deshalb in Zukunft noch stärker von der Investmentnachfrage bestimmt sein. Ein weiterer wichtiger Punkt wird sein, ob die Notenbanken weiterhin auf der Käuferseite stehen werden. Wie Ingrid Heinritz, die Chefredakteurin des Rohstoff-Depots, ihre Goldinvestments derzeit streut, erfahren sie hier.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Edelmetalle, Gold

Indien: Silber weiterhin stark gefragt

Silber gilt gemeinhin als das Gold des kleinen Mannes. Wem die Feinunze Gold zu teuer ist, der kauft Silber, wenn er Edelmetalle besitzen möchte. Diese alte Regel hat auch heute noch ihre Gültigkeit. Das kann man derzeit in...


Silber gilt gemeinhin als das Gold des kleinen Mannes. Wem die Feinunze Gold zu teuer ist, der kauft Silber, wenn er Edelmetalle besitzen möchte. Diese alte Regel hat auch heute noch ihre Gültigkeit. Das kann man derzeit in Indien sehr gut beobachten. Auf dem Subkontinent stieg im Vorfeld des Diwali Festes am 5. November die Silbernachfrage stark an. Das führte zusammen mit dem gestiegenen Weltmarktpreis dazu, dass der Silberpreis auf 38.900 Rupien pro Kilogramm stieg und damit ein neues Allzeithoch erreichte.
Während der Silberpreis somit die alten Hochs überwand, notierte das Gold zum Diwali Fest an dem in Indien traditionell viel Gold verschenkt wird, mit einem Preis von 21.100 Rupien für 10 Gramm noch rund 1.020 Rupien unterhalb des Preishochs vom 15. Oktober 2010. Hier wird der Wechselkurseinfluss sehr schön sichtbar, denn zeitgleich kostete die Feinunze Gold an den internationalen Märkten 1.394 US Dollar und lag damit über dem Oktoberhoch, aber knapp unterhalb des Allzeithochs.
Der Silberpreis setzte auch nach dem Diwali Fest seinen Höhenflug fort. Dafür lassen sich im Wesentlichen zwei Hauptgründe ausmachen: die stärkere Nachfrage der Verbraucher, die immer öfter Silber gegenüber Gold bevorzugen und die Nachfrage aus der Industrie, die ebenfalls wieder anzieht.
Schwache Goldnachfrage zum Diwali Fest
Das Diwali Fest ist im Hinduismus ein religiöses Fest an dem gerne Gold verschenkt wird. In den Wochen vor dem Festtag decken sich die indischen Goldhändler deshalb mit Gold ein um für den Ansturm der Kunden gerüstet zu sein. Doch in diesem Jahr kauften die indischen Kunden, die als besonders preissensibel gelten, vergleichsweise viel Silber, weil der Goldpreis in den Wochen vor dem Festtag für ihrer Verhältnisse zu stark angestiegen war. Zwar notierte auch der Silberpreis auf Niveaus, die seit März 1980 nicht mehr erreicht worden waren, doch in Indien bewahrheitete sich einmal mehr, dass die Menschen auf das preiswertere Silber ausweichen, wenn ihnen das Gold zu teuer wird.
Wie Tarun Shah, ein Edelmetallhändler aus Mumbai, berichtete, war in einzelnen Regionen Indiens die Goldnachfrage so begrenzt, dass die Händler nicht nur enttäuscht waren, sondern kurzfristig auch Silbermünzen orderten um dem geänderten Kaufverhalten ihrer Kunden Rechnung zu tragen. Den Käufern kam dabei entgegen, dass die Diwali Tradition das Schenken von Silber ebenso vorsieht wie das Verschenken des deutlich teureren Goldes.
Trend zum Silber ungebrochen
Wie stark der Silberpreis für die Inder in diesem Jahr gestiegen ist zeigt ein Vergleich mit den Preisen des Vorjahres. Gold verteuerte sich in indischen Rupien gerechnet „nur“ um 23,5%. Silber hingegen legte um 39% zu. Innerhalb der letzten 10 Jahre verteuerte sich das Gold um 443% während der Silberpreis um 469% zulegte. Auch diese Prozentzahlen zeigen deutlich, dass das Silber gerade in der jüngeren Vergangenheit deutlich besser abgeschnitten hat als sein großer Bruder das Gold.
Indische Händler beobachten schon seit längerem eine verstärkte Nachfrage nach Silbermünzen. Der Trendwechsel hin zum preiswerteren Silber setzte in dem Moment ein, in dem der Goldpreis aus Sicht der meisten Inder schwindelerregende Höhen erreichte. Noch immer warten Indiens Goldhändler auf ein Wiederanziehen der Nachfrage. Einige Händler fürchten jedoch bereits, dass der Goldverkauf in Indien auch weiterhin schwach bleiben wird. Jetzt wird die Hoffnung verstärkt auf das Weihnachtsfest gerichtet.
Industrie fragt wieder mehr Silber nach
Es sind jedoch nicht nur die indischen Verbraucher, deren erhöhte Nachfrage den Silberpreis treibt. Auch die Industrie ordert wieder verstärkt Silber. Anders als das Gold, dessen industrielle Bedeutung sehr gering ist, kommt dem Silber vor allem für die Elektronikindustrie eine sehr hohe Bedeutung zu. Die Nachfrage ist wenig elastisch. Die Industrie kann also nicht kurzfristig auf andere Metalle ausweichen, wenn ihr das Silber zu teuer werden sollte.
Während der Finanz- und Wirtschaftskrise sank nicht nur der Silberverbrauch der Industrie. Die Unternehmen gingen aus Kostengründen auch dazu über ihre Lager radikal abzubauen. Heute beobachten wir weltweit eine gegenläufige Entwicklung. Die Lagerbestände sind niedrig und die Unternehmen gehen zunehmend dazu über ihre Lager wieder aufzubauen. Das treibt beides: die Silbernachfrage und den Preis.
Indiens Wirtschaftsleistung stieg beispielsweise im Juli um 13,8% gegenüber dem Vorjahr. Im Juni hatte der Zuwachs nur bei 5,8% gelegen. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach den Industriemetallen Zink, Kupfer, Blei, Nickel und Aluminium, aber ebenso nach Silber. Indiens Silbernachfrage lag im Juni 2010 bei 5,6 Mio. Unzen. Ein Jahr zuvor hatte sie noch bei nur 4,7 Mio. Unzen gelegen. Nur 235.000 Unzen wurden industriell verwendet, 12.000 mehr als im Vorjahr. Dieses Silber ist verbraucht und steht dem Markt nicht mehr zur Verfügung.
Die Zahlen machen deutlich wie leicht der Silberpreis von einer steigenden Investment- und industriellen Nachfrage in die Zange genommen werden kann. Für das Silber bleiben die Aussichten in 2011 deshalb weiterhin sehr gut, sodass mit einem weiter steigenden Silberpreis zu rechnen ist.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Metalle, Rohstoffe

Kupferpreis: Steiler Anstieg in 2011?

Der Aufschwung der Weltwirtschaft hat in den vergangenen Monaten zu einem Anstieg des Kupferpreises geführt. Problem ist jedoch das Angebot.


Die Erholung der Weltwirtschaft ging mit steigenden Kupferpreisen einher. Der aktuelle Kupferpreis mit Beträgen oberhalb von 8.900 US Dollar je Tonne zeigt eine robuste Nachfrage an. Er weist zugleich auf eine gewisse Problematik auf der Angebotsseite hin.

Mit Blick auf die starke Kupfernachfrage aus China und anderen aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften halten einige Experten im nächsten Jahr sogar Kupferpreise von über 12.000 US Dollar je Tonne für möglich.

Treten diese Prognosen ein, so wären sie zumindest vorläufig der krönende Abschluss einer beeindruckenden Rallye. Gut 140% legte der Kupferpreis in 2009 zu, 20% waren es in diesem Jahr.

Ein weiterer Preistreiber neben dem bereits erwähnten starken Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist die anhaltende Schwäche des US Dollar.

Kupfer als Inflationsschutz

Nicht nur die Edelmetalle Gold und Silber gelten den Investoren derzeit als probater Schutz gegen die Gefahr einer ausufernden Inflation. Die Rohstoffe allgemein sind von den Anlegern zu einer Schutzzone erklärt worden.

Wer in den vergangenen Monaten Kupfer oder die Aktien von Kupferproduzenten kaufte, der spekulierte nicht nur auf eine sich verbessernde Weltwirtschaft - ein gehörige Portion Misstrauen gegenüber der Geldpolitik der US Notenbank und ausufernden Staatsdefiziten war in der Regel mit im Spiel.

Papier ist bekanntlich geduldig und an den Finanzmärkten in der Regel nicht mehr als ein Versprechen, von dem man als Anleger im Vorfeld nie wissen kann, ob es Wirklichkeit werden wird. Das gilt für den Geschäftsplan eines Aktienunternehmens ebenso wie für das Versprechen eines Staates, die heute aufgenommenen Schulden später einmal zurückzahlen zu wollen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht weiter verwunderlich, dass immer mehr Anleger Papier meiden und handfeste Werte erwerben möchten.

Vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen kann das Kupfer zwar nicht mit dem mystischen Glanz von Gold und Silber mithalten, doch handfest ist es allemal.

Deshalb halten Fonds und andere institutionelle Anleger in der Zwischenzeit große Kupferpositionen als Hedge gegenüber Inflation und anderen unangenehmen Überraschungen, die die Zukunft für uns bereit halten könnte.

Kann die Nachfrage den Kupferpreis allein auf dem aktuellen Niveau halten?

Eine solche Einstellung treibt kurzfristig den Preis für Kupfer und andere Basismetalle, birgt aber gleichzeitig die Gefahr in sich, dass das hohe Preisniveau in dem Augenblick wieder wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen wird, in dem die großen Sorgen um Inflation und Geldpolitik von den Schultern der Anleger genommen werden.

Was dann bleibt ist die fundamentale Angebot-Nachfrage-Situation. Sie signalisiert derzeit eine zunehmende Knappheit beim Kupfer. Viele große Kupferminen sind weitgehend erschöpft.

Ein Ende der Förderung ist bereits absehbar und da die Exploration neuer Lagerstätten in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt wurde, vermag derzeit niemand so genau zu erklären wo denn all das Kupfer herkommen soll das gebraucht wird, wenn die stürmische Entwicklung, die Länder wie China und Indien derzeit nehmen, noch einige Jahre so weiter gehen wird.

Für 2011 rechnen viele Analysten deshalb mit einem im Vergleich zu 2010 höheren Kupferpreis, der zwischen 11.000 und 11.500 US Dollar je Tonne liegen und in der Spitze sogar bis auf über 12.000 US Dollar ansteigen könnte.

In diesen Prognosen ist natürlich auch die Erwartung enthalten, dass sich die Sorge der Marktteilnehmer um die Geldwertstabilität im nächsten Jahr noch nicht in Luft auflösen wird.

Gefahr eines Rückschlags beim aktuellen Kupferpreis in 2011 wächst

Mit anderen Worten: Momentan kann sich niemand so recht vorstellen, dass der Kupferpreis in 2011 in eine andere Richtung laufen soll als in den Jahren 2009 und 2010.

Trotzdem wird unter Analysten nicht nur hinter vorgehaltener Hand zugegeben, dass der aktuelle Kupferpreis bereits ein gutes Stück über jenes Niveau hinausgeschossen ist, dass allein aus fundamentalen Gründen gerechtfertigt wäre.

Aber so ist die Börse nun einmal: Übertreibungen gehören zum System und niemand vermag vorab die exakten Punkte bestimmen wann und wo sie enden werden.

Es wäre vor diesem Hintergrund nicht ungewöhnlich, wenn das Jahr 2011 nach einem weiteren Anstieg des Kupferpreises zum Ende des Jahres hin auch eine Korrektur bereithalten würde.

Auf weiter steigende Kupferpreise zu setzen könnte sich für Anleger deshalb auch in den nächsten Monaten als richtig erweisen. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass auch die schönste Rallye irgendwann einmal endet und auch beim Kupfer die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Rohstoffländer im Fokus, Rohstoffe

Seltene Erden: Chinas neue Superwaffe

Besonders heiß innerhalb des Rohstoffsektors sind derzeit die Seltenen Erden.


Viele Rohstoffe sind heiß in diesen Tagen.

Die Wirtschaft kommt langsam wieder in Fahrt und der US Dollar schwächelt. Dieser Mix aus wirtschaftlichen und psychologischen Gründen lässt die Preise der meisten Rohstoffe stark steigen.

Besonders heiß innerhalb des Rohstoffsektors sind derzeit die Seltenen Erden. China ist der Hauptexporteur. Ein großer Teil der weltweit benötigten Seltenen Erden werden im Reich der Mitte gefördert.

Seit China angekündigt hat seine Seltenen Erden Exporte einschränken zu wollen, erlebt die Welt eine Situation, die ein wenig an die frühen 70er Jahre erinnert als die OPEC als Reaktion auf die Unterstützung Israels durch den Westen diesem den Ölhahn zudrehte.

Was die Situation so gut vergleichbar macht ist die Tatsache, dass sich das Monopol bei der Lieferung eines zentralen Rohstoffs mit politischen Motiven verbindet.

Wer die jüngere japanisch-chinesische Geschichte kennt und wer weiß, dass es Japan bis heute nicht für nötig gehalten hat sich für die während des 2. Weltkriegs in China verübten Kriegsverbrechen etwa das Massaker in Nanking 1937 zu entschuldigen, der wundert sich nicht, dass die Exporte nach Japan gleich als erste unterbrochen wurden.

Es ist nicht neu, dass Beijings Wirtschafts- und Außenpolitik pädagogische Elemente enthält.

Umweltschutz als Waffe

Offiziell wird der Rückgang der Exporte damit begründet, dass die Produktion der Seltenen Erden mit einer hohen Umweltbelastung einhergehe. Außerdem sei die Fördertechnologie primitiv und nicht in der Lage den höheren Bedarf zu decken.

Es mag auf den ersten Blick ironisch klingen, doch es ist besonders die Grüne Technologie, die unter Chinas neuen Umweltbewusstsein bei der Produktion der Seltenen Erden besonders zu leiden hat.

Seltene Erden sind für unsere moderne Hightech-Welt das, was das Öl für die Welt der Moderne ist: jener Treib- und Schmierstoff ohne den über kurz oder lang nichts mehr geht.

Egal ob es um den Computerbildschirm geht, an dem Sie diesen Bericht gerade lesen, um moderne Windräder oder den elektrischen Fensterheber Ihres Autos: Ohne Seltene Erden geht es nicht mehr. Allein die Batterien moderner Hybridfahrzeuge benötigen 10 bis 15 Kg an Lanthanium.

Baotou: Das Herz der Seltenen Erden

Wenn über China berichtet wird, dann stehen zumeist die Hauptstadt Beijing oder die modernen Industrieregionen um Shanghai und in der Guangdongprovinz mit dem Zentrum Guangzhou im Mittelpunkt.

Über die Innere Mongolei hingegen wird eher selten berichtet. Doch wenn es um die Produktion der Seltenen Erden geht, insbesondere um die leichten, dann führt an Baotou kein Weg vorbei.

Rund 1,8 Mio. Menschen leben hier und für viele sind die Seltenen Erden so etwas wie eine wirtschaftliche Überlebensversicherung. Jobs in der Industrie sind rar und wer nicht in die wirtschaftlichen Boomregionen an der Ostküste ziehen will, der muss mit den Seltenen Erden leben.

Niedrige Sicherheitsstandards, streng riechende Rauchschwaden, ein Fenster und zwei Löcher im Dach als einzige Ventilation: Wer schon einmal selbst in China war und sich nicht nur von den glitzernden Fassaden hat blenden lassen, sondern auch einmal einen Blick in die weniger entwickelten Stadt- und Landesteile geworfen hat, der weiß, dass gerade viele einfache Chinesen keine echte Wahlmöglichkeit haben.

So ertragen die Arbeiter im 640 Kilometer westlich von Beijing gelegenen Baotou Rauch und Hitze, und schuften ohne Masken und jeden adäquaten Schutz zwölf Stunden am Tag.

Einige freie Tage pro Jahr gibt es auch und pro Tonne werden lausige 1.100 Yuan (nicht einmal 150 Euro) eingenommen.

Die Arbeiter wissen nicht wer ihre Produkte kauft, und wofür sie verwendet werden. Solchen Fragen nachzugehen, das ist für viele Chinesen noch immer ein Luxus, den man sich im täglichen Überlebenskampf nicht leisten kann.

Gefördert werden die Seltenen Erden in den Minen rund um Baotou, das für sich in Anspruch nehmen kann zumindest für die Seltenen Erden so etwas wie der Mittelpunkt der Welt zu sein. Gefördert werden hier vor allem die leichteren Seltenen Erden, etwa in der Bayan Obo Mine.

Die Innere Mongolei steht für gut die Hälfte der weltweiten Seltenen Erden Produktion. Konzerne wie die Baotou Steel Rare-Earth Group produzieren in der Provinz die Seltenen Erden und scheffeln hohe Gewinne, während die Bewohner darüber klagen, dass die bei der Produktion entstehenden Abgase sie und ihre Kinder vergiften.

Chinas Menschen und Umwelt zahlen einen hohen Preis

Ähnlich wie beim Kohlenbergbau sind vor allem die kleineren Minen das Problem. Extrem niedrige Sicherheits- und Umweltstandards veranlassten die Regierung bereits dazu viele Minen und Schmelzen zu schließen.

Doch noch immer liegt die Umweltbelastung durch die bestehenden Produktionsstätten weit über den in anderen Ländern üblichen Grenzwerten.

Die Verantwortlichen in Baotou sind sich des Problems durchaus bewusst.

Su Wenging, erklärte beispielsweise bereits im vergangenen Jahr, dass es angesichts des hohen Preises, den Chinas Menschen und Umwelt für die Produktion der Seltenen Erden bezahle, berechtigt sei zu fragen, ob sich die Produktion der Seltenen Erden unter dem Strich für China überhaupt noch lohne.

Solche Zweifel, obwohl in China durchaus vorhanden, sind aber noch lange kein Allgemeingut. In der Stadtverwaltung verfolgt man eher andere Ziele. Baotou will zu einem Zentrum der Seltenen Erden und der mit ihnen eng zusammenhängenden Grünen Technologie werden.

Es gibt bereits eine Hightech Zone, ein Seltene Erden Hochhaus für Investoren und offizielle Vertreter der Industrie und auch eine Straße wurde nach den Seltenen Erden benannt.

„Der Mittlere Osten hat Öl, China hat die Seltenen Erden!“ Mit diesem Satz hat Chinas großer Modernisator Deng Xiaoping, die beherrschende Stellung des Reichs der Mitte bei den Seltenen Erden einst auf den Punkt gebracht.

Gefallen ist der Satz bereits 1992, also schon zu einer Zeit da im Westen nur die wenigsten China im Allgemeinen und die Seltenen Erden im Besonderen auf ihren Radarschirmen hatten. 1992 stand China gerade erst am Beginn jener wirtschaftlichen Entwicklung auf die die Welt heute mit Bewunderung und auch etwas Furcht blickt.

Jetzt stehen wir möglicherweise erst am Anfang jenes Prozesses in dem die Welt die bittere Wahrheit dieser prophetischen Worte schmerzhaft erfahren wird.

 
 
 

Rohstoffe & Devisen, Edelmetalle, Gold

Preisexplosion: Silberpreis 2015 dreistellig - Vermehren Sie ihr Geld!

Silber oder Gold? Vielleicht ein Drittes? Der Silberpreis 2015 spricht Bände - profitieren Sie von unserem Blick in die Glaskugel.


Ein Gedankenexperiment: Die richtigen Prämissen sind entscheidend

In der vergangenen Woche sind wir in einem Gedankenexperiment der Frage nachgegangen wie hoch der Goldpreis noch steigen kann, wenn sich gewisse Entwicklungen, die wir in der Vergangenheit an den Kapitalmärkten beobachten konnten, wiederholen werden.

Die Ergebnisse waren verblüffend, denn sie machten deutlich, dass der Goldpreis auch ohne die Annahme einer Hyperinflation in den kommenden Jahren stark steigen kann. Im Mittel ergab sich aus den vorgestellten Szenarien ein Durchschnittspreis von 6.241,64 US Dollar für die Feinunze Gold.

Heute möchte ich Sie wieder zu einem gedanklichen Ausflug in die Zukunft einladen. Allerdings soll es uns heute nicht um die mögliche Preisentwicklung vom Gold, sondern die vom Silber gehen. Wie in der letzten Woche sei auch an dieser Stelle noch einmal betont, das mit unserem gedanklichen Experiment nicht die Erwartung verbunden ist, dass es auch tatsächlich so kommen wird.

Das geht allein schon deshalb nicht, weil sich Geschichte nicht 1:1 wiederholt.
Auch wenn sich zwei Situationen auf den ersten Blick zu gleichen scheinen wie ein Ei dem anderen: Es sind immer andere Menschen, andere Individuen, die Entscheidungen treffen und Handlungen setzen.

Niemand von uns denkt und fühlt wie Julius Cäsar, Napoleon oder Bismarck. Mögen die Ausgangssituationen, in die wir hineingestellt werden, auch ähnlich sein, bedingt durch unsere Individualität wird das Endergebnis immer ein anderes sein.

Ideologen und Dogmatiker, auch jene, die in der Edelmetallszene angesiedelt sind, sehen das zwar anders, aber wir sollten uns diesen Zusammenhang immer in Erinnerung rufen, wenn wir über den zukünftigen Lauf der Dinge spekulieren.

Glänzt Silber zukünftig mehr als das Gold?

Dass der Goldpreis in den kommenden Jahren unter Umständen stark steigen kann, das wissen wir aus unserem Gedankenexperiment der Vorwoche. Doch wie verhält es sich mit dem Silber? Kann es ebenso stark ansteigen oder gar noch mehr?

Beginnen wir wieder mit einem Blick zurück in die frühen 80er Jahre. Damals erreichte auch das Silber sein Allzeithoch, das es anders als das Gold noch nicht überwinden konnte. Gleichzeitig waren die Aktien verhältnismäßig preiswert.

Den Dow Jones kaufte man im Jahr 1980 für 25 Unzen Silber. Sollte der Dow Jones auf dem heutigen Kursniveau konstant verharren, das Dow-Silber-Verhältnis jedoch wieder auf 1:25 zurückkommen, müssten für die Feinunze Silber stolze 434 US Dollar auf den Tisch gelegt werden.

Sollte der US Dollar auch gegenüber dem Silber bis 2015 80% seines Wertes verlieren, würde der Silberpreis auf 102 US Dollar steigen und sollte das Gold-Silber-Verhältnis, das momentan bei etwa 60 liegt wieder auf den historischen Wert von 1:16 zurückfallen, wäre jetzt schon ein Silberpreis von 81 US Dollar für Feinunze zu zahlen. Steigt der Silberpreis allein im Verhältnis zur ausgeweiteten Geldmenge so sind 2015 je Feinunze 276 US Dollar zu erwarten.

Selbst in konservativen Szenarien wird der Silberpreis bis 2015 dreistellig

Zwischen 1975 und 1980 verzehnfachte sich der Silberpreis von 5 auf 50 US Dollar je Feinunze. Eine vergleichbare Entwicklung würde den Silberpreis ausgehend vom heutigen Niveau auf 220 bis 230 US Dollar ansteigen lassen.

Folgt der Silberpreis dem Beispiel des Nasdaq Index in den späteren 90er Jahren als dieser in fünf Jahren um den Faktor 6,66 zulegte, so sind Silberpreise von 139 US Dollar in Jahr 2015 zu erwarten.

Ist die Aufwärtsentwicklung hingegen „nur“ mit jener des Nikkei Index in den späten 80er Jahren vergleichbar, als sich der japanische Leitindex innerhalb von 5 Jahren um den Faktor 3,63 erhöhte, so ist ein Silberpreis von 74 US Dollar zu erwarten.

Deutlich höher notieren wird der Silberpreis jedoch, wenn wir bis 2015 einen jährlichen Anstieg der Verbraucherpreise um 6% erleben werden und der Silberpreis dieser Entwicklung folgt. In diesem Fall sollte Silber in fünf Jahren bereits 184 US Dollar kosten.

Gevestor sieht hohes Kurssteigerungspotential - Gefährliche Blasen aber sind nicht zu sehen

Wie schon zuvor beim Gold so dokumentiert unser kleines Gedankenexperiment auch beim Silber ein hohes Kurssteigerungspotential. Der Silberpreis wird stark steigen, egal ob die Preise eher moderat oder exponentiell steigen werden. Wir müssen jedoch berücksichtigen, dass unsere Rechenmodelle alle auf den Erfahrungen der 70er, 80er und 90er Jahren basieren.

Damals entwickelten sich Blasen. Diese Blasen ließen den Preis eines Anlageguts in den Himmel steigen, doch das Vertrauen der Anleger in die Stabilität des Geldes und der staatlichen Finanzen war seinerzeit noch weitgehend in Takt. Das ist heute anders.

Fazit: Wir müssen deshalb mit der Möglichkeit rechnen, dass das reduzierte Vertrauen in die Solidität unseres Staates und Finanzsystem die eingeleiteten Bewegungen noch weiter beschleunigen und damit verschärfen wird, sodass am Ende viel höhere Kurse erreicht werden.

 
 
 

Sie sehen Artikel 16 bis 30 von 86

< zurück

1

2

3

4

5

6

nächste >